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Antisemitischer Schläger stellt sich Polizei

Bei einer antisemitischen Attacke in Berlin wurde eine Person leicht verletzt. Jetzt hat sich ein Tatverdächtiger gestellt.

Ein 21-jähriger Jude wird mitten in Berlin durch Gürtelschläge verletzt. (Video: Tamedia/Mit Material von Facebook/JFDA)

Zwei Tage nach dem antisemitischen Angriff auf einen jungen Israeli und seinen Begleiter in Berlin hat sich der mutmassliche Täter der Polizei gestellt. Der 19-jährige Mann erschien am Donnerstag gegen 12.30 Uhr beim Landeskriminalamt, wie die Polizei mitteilte. Begleitet wurde er von einer Rechtsanwältin.

Der mutmassliche Täter ist ein Flüchtling aus Syrien, der seit 2015 in Deutschland ist. Wo er lebt, teilte die Polizei nicht mit. Auch zu möglichen Vorstrafen und seinen beiden Begleitern gab es keine Informationen.

Die Staatsanwaltschaft wird laut Polizei einen Haftbefehl und Untersuchungshaft beantragen. Darüber entscheidet dann ein Richter. Dem Mann wird gefährliche Körperverletzung und voraussichtlich auch Volksverhetzung vorgeworfen.

Die Kriminalpolizei hatte den mutmasslichen Angreifer schon identifiziert, bevor er sich stellte. Zeugen hatten sich bei der Polizei gemeldet und Hinweise zu dem Mann gegeben. Auf dem Video, das der angegriffene Israeli gefilmt und ins Internet gestellt hatte, war das Gesicht des Täters gut zu erkennen.

Mit Gürtel geschlagen

Der 21-jährige Israeli und sein Freund waren am Dienstagabend im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs, dabei trugen sie Kippas – die traditionellen jüdischen Kopfbedeckungen. Auf der Strasse wurden sie von drei arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft.

Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen ein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen. Schliesslich flüchteten der Angreifer und seine Begleiter.

Der Angriff hatte empörte Reaktionen von Politikern und Vertretern anderer Institutionen ausgelöst. Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem «schrecklichen Vorfall» und betonte: «Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.»

Erstmals Kippa getragen

Das 21-jährige Opfer ist nach eigener Aussage kein Jude. Der Mann sagte aber in der Fernsehsendung «Stern TV»: «Ich bin unter Juden aufgewachsen, meine ganzen Freunde in Israel sind Juden, ich habe auch Juden unter meinen Verwandten. Es hat etwas mit mir zu tun und es ist sehr wichtig für mich.»

Die Kippa habe er erst vor ein paar Tagen in Israel von einem Freund geschenkt bekommen, erzählte er an anderer Stelle. Trotz Warnungen habe er in Berlin die Erfahrung machen wollen, eine Kippa zu tragen.

SDA/fur

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