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Amanda Knox erwägt Rückkehr nach Italien

Sie ist wieder auf allen Kanälen: Amanda Knox veröffentlicht heute ihre Biografie «Waiting to Be Heard». Für das Buch soll sie einen Vorschuss von 3,8 Millionen Dollar bekommen haben.

Intimes Gespräch: Amanda Knox spricht mit der TV-Journalistin Diane Sawyer.
Intimes Gespräch: Amanda Knox spricht mit der TV-Journalistin Diane Sawyer.
Keystone
Es ist das erste Fernsehinterview seit ihrer Freilassung und wurde am 30. April vom US-Sender ABC ausgestrahlt. Auf die Frage, ob sie an dem Mord beteiligt war, sagte Knox «Nein».
Es ist das erste Fernsehinterview seit ihrer Freilassung und wurde am 30. April vom US-Sender ABC ausgestrahlt. Auf die Frage, ob sie an dem Mord beteiligt war, sagte Knox «Nein».
Keystone
Vier Jahre später wurden die beiden freigesprochen. Amanda bei einer Pressekonferenz in ihrer Heimatstadt Seattle, einen Tag nach ihrer Freilassung. (4.10.2011).
Vier Jahre später wurden die beiden freigesprochen. Amanda bei einer Pressekonferenz in ihrer Heimatstadt Seattle, einen Tag nach ihrer Freilassung. (4.10.2011).
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Amanda Knox will vor der italienischen Justiz nicht davonlaufen. Sie könne sich eine Rückkehr nach Italien für den Berufungsprozess vorstellen, sagte die 25-jährige US-Studentin, die wegen Mordes an einer Mitbewohnerin vier Jahre in Haft sass und dann freigesprochen wurde, der Zeitung «USA Today». «Ehrlich gesagt, ich erwäge es», sagte Knox laut dem Bericht.

Knox, die von Medien «Engel mit den Eisaugen» genannt wurde, veröffentlichte heute ihre Biografie «Waiting to Be Heard» («Zeit, gehört zu werden»). Im Gerichtssaal sei sie als «Teufel» bezeichnet worden, der auf der Suche nach dem Kick einen Sex-Mord beging, sagte sie laut Vorab-Auszügen in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC News, das heute Abend ausgestrahlt wird. Von ihrem Buch erhoffe sie sich, nun «wieder als Person angesehen zu werden», sagte Knox demnach in ihrem ersten Fernsehinterview.

Vorschuss von 3,8 Millionen Dollar

Für das Buch soll Knox laut Medienberichten einen Vorschuss von 3,8 Millionen Dollar bekommen haben. Die Studentin beschreibt darin ihre Sicht des Mords an der Britin Meredith Kercher, für den sie in erster Instanz verurteilt worden war. Kercher, die Mitbewohnerin von Knox in Perugia, war in der Nacht zum 2. November 2007 halbnackt und mit durchschnittener Kehle in ihrem Zimmer gefunden worden. Vor ihrem Tod wurde sie vergewaltigt.

In einem ersten Verfahren waren Knox zu 26 und ihr italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein aus der Elfenbeinküste stammender Mitangeklagter erhielt nach einem Teilgeständnis in einem separaten Verfahren 16 Jahre Haft. Knox und Sollecito sassen vier Jahre im Gefängnis, bevor sie 2011 im Berufungsverfahren freigesprochen wurden.

Gedanke ist «gruselig»

Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, der das Kassationsgericht in Rom vor einem Monat stattgab. Der Prozess wird nun vor einem Gericht in Florenz neu aufgerollt. Ein Datum für den Verfahrensbeginn steht noch nicht fest.

Gerichtsexperten gingen davon aus, dass Knox in Abwesenheit der Prozess gemacht wird. «Meine Anwälte haben mir gesagt, ich bräuchte nicht teilnehmen», sagte sie der Zeitung «USA Today». Dennoch erwäge sie eine Rückkehr. Es sei ihr wichtig sich zu sagen: 'Das geschieht nicht weit entfernt von mir und ist nicht wichtig für mich'. Auch wenn der Gedanke «gruselig» sei.

(AFP/sda)

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