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AF-Absturz: Ermittler vertuschen Probleme

Die Ermittler im Absturz der Air-France-Maschine vor zwei Jahren geraten unter Druck. Laut Medienberichten sollen sie Hinweise auf ein nicht funktionierendes Warnsystem aus ihrem Bericht gestrichen haben.

Drei Minuten dauerte der Absturz des Flugs AF447: Der geborgene Heckflügel des Airbus bei der Verladung.
Drei Minuten dauerte der Absturz des Flugs AF447: Der geborgene Heckflügel des Airbus bei der Verladung.
Keystone
Lange wurde vergeblich nach ihnen gesucht: Eine der zwei Blackboxen des verunglückten Air-France-Flugs 447 bei der Untersuchungsbehörde BEA in Le Bourget bei Paris.
Lange wurde vergeblich nach ihnen gesucht: Eine der zwei Blackboxen des verunglückten Air-France-Flugs 447 bei der Untersuchungsbehörde BEA in Le Bourget bei Paris.
Emma Foster, Keystone
Rettungskräfte zogen am 8. Juni 2009 einen Teil des Heckflügels der Air-France-Maschine aus dem Wasser.
Rettungskräfte zogen am 8. Juni 2009 einen Teil des Heckflügels der Air-France-Maschine aus dem Wasser.
Keystone
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Der Hinweis auf das verwirrende Verhalten der sogenannten Überzieh-Warnung («Stall-Warning») im Air-France-Cockpit zum Zeitpunkt des Absturzes sei kurz vor der Veröffentlichung aus dem Zwischenbericht entfernt worden. Dies berichteten am Mittwoch übereinstimmend mehrere französische Medien.

Nachdem die Streichung bekannt wurde, erwägen die Ermittler nun eine Sicherheitsempfehlung. Die Fluggesellschaft Air France hat deswegen bereits die europäische Luftfahrtbehörde AESA kontaktiert, berichtete die Wirtschaftszeitung «Les Echos».

Kurz vor dem Unglück über dem Atlantik im Jahre 2009 hatte die Überzieh-Warnung eine knappe Minute lang akustischen Alarm gegeben. Sie war verstummt, nachdem der Airbus fürs Fliegen zu langsam geworden war, also schon durchsackte. Später dann schaltete sich das Warnsignal mehrmals kurz wieder ein.

Keine Empfehlung für Überziehwarnung

Der Leiter der französischen Flugunfallbehörde BEA, Jean-Paul Troadec, hatte bei der Vorstellung eines dritten Zwischenberichts zu dem Unglück eingeräumt, dass der Alarm die Besatzung verwirrt haben könnte. Auch Air France hatte auf das verwirrende Verhalten der Überzieh-Warnung hingewiesen.

In ihrem Bericht hatten die Ermittler das Verhalten der Piloten des abgestürzten Airbus A330-200 in Frage gestellt, die nicht angemessen auf die Situation reagiert hatten. Die Flugunfallbehörde hatte mehrere Sicherheitsempfehlungen herausgegeben.

Sie bezogen sich auf den Flugbetrieb, die Flugzeugzulassung und die Flugschreiber, nicht aber die Überziehwarnung. Sie ist ein wichtiges Hilfsmittel an Bord, die die Piloten eindringlich vor zu langsamer Geschwindigkeit warnt.

Wachsende Zweifel

Die Hinterbliebenen der Opfer halten die Untersuchung mittlerweile für diskreditiert. Die Vereinigung «Entraide et Solidarité AF447» sprach von einer «Vertrauenskrise».

Die Hast, mit der die Behörde die Piloten des Unglück-Airbus als Schuldige an dem Absturz porträtieren wolle, habe Skepsis aufkommen lassen. Ähnlich äusserte sich auch die französische Pilotengewerkschaft SNPL, die nun erwägt, sich aus der Untersuchung zurückzuziehen. Bei dem Flugzeugabsturz waren 228 Menschen ums Leben gekommen.

(SDA)

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