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Acht Tote bei Heli-Absturz in Glasgow

Ein Hubschrauber stürzt in Glasgow auf ein belebtes Pub. Die Besucher denken, es handle sich um einen Show-Effekt – dann stürzt das Dach ein. Acht Menschen kommen ums Leben.

Aus den Trümmern gehoben: Helikopter in Glasgow. (2. Dezember 2013)
Aus den Trümmern gehoben: Helikopter in Glasgow. (2. Dezember 2013)
Keystone
Neun Tote und Dutzende Verletzte: Teile des Helikopters werden aus dem Pub geborgen. (1. Dezember 2013)
Neun Tote und Dutzende Verletzte: Teile des Helikopters werden aus dem Pub geborgen. (1. Dezember 2013)
Keystone
Sicherheitskräfte sperrten die Strassen um das Glasgower Pub ab. (29. November 2013)
Sicherheitskräfte sperrten die Strassen um das Glasgower Pub ab. (29. November 2013)
AFP
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Beim Absturz eines Polizeihelikopters auf ein gut besuchtes Pub in Glasgow sind acht Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten ist die dreiköpfige Besatzung – zwei Polizeibeamten und ein ziviler Pilot. Dies teilte die Polizei heute Samstag mit. 32 Menschen kamen in Spitäler, von ihnen waren am Samstagabend noch 14 in Spitalbehandlung. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren etwa 120 Menschen in dem Pub The Clutha Vaults im Stadtzentrum, eine Band spielte.

Über die Ursache für den Absturz machten die Ermittler keine Angaben. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten werden noch unbestimmte Zeit dauern, kündigte Glasgows Polizeichef Sir Stephen House an. «Dies wird nicht schnell vorüber gehen», sagte er. Die Bergungsarten seien kompliziert und gefährlich. Das Wrack des Helikopters stecke noch mitten im Gebäude. Auch die stellvertretende schottische Ministerpräsidentin, Nicola Sturgeon, bezeichnete die Arbeiten an der Unfallstelle als «problematisch und gefährlich.»

«Ein völliges Mysterium»

Der Hubschrauber war am Freitagabend gegen 22.25 Uhr in das Flachdach eines belebten Musiklokals in der Glasgower Innenstadt gekracht. In dem Pub lief gerade der Auftritt einer Band. «Wir können schlicht noch nicht sagen, wie die Situation im Gebäude genau aussieht», sagte House.

Zu der Ursache für den Absturz machte die Polizei keine Angaben. Experten tendierten zu einem technischen Defekt an der Maschine als möglichen Hintergrund. Der Helikopter der Glasgower Polizei vom Typ Eurocopter EC 135 T2 soll nicht Feuer gefangen haben, offenbar gab es keinen Brand und auch keine Explosion. «Im Moment ist es ein völliges Mysterium», sagte der Luftfahrtexperte Chris Yates. Die Maschine war nach seinen Angaben sieben Jahre alt.

Gedenkminuten bei Fussballspielen

Als Reaktion auf das Unglück zeigten in Schottland viele ihre Anteilnahme. In der Nähe des Unglücksortes wurden Blumen niedergelegt. Bei Fussballspielen in Schottland legten Spieler und Zuschauer Gedenkminuten ein.

Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond ordnete für das Wochenende – wegen des traditionellen Gedenken an den Schutzheiligen St. Andrew eigentlich ein Freudenfest in Schottland – Trauerbeflaggung an. Die blaue Fahne mit weissem Andreaskreuz wehte auf öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. «Es ist ein schwarzer Tag für Glasgow und Schottland», sagte Salmond. Der britische Premierminister David Cameron erklärte, seine Gedanken seien bei den Opfern des Unglücks und ihren Angehörigen sowie den Rettungskräften.

Die Leute scherzten noch

Viele Gäste des Pubs konnten sich retten. Der Parlamentsabgeordnete Jim Murphy berichtete von einer Menschenkette, mit deren Hilfe Bewusstlose ins Freie gebracht worden seien. Leichtverletzte wurden in einem naheliegenden Hotel erstversorgt. Die Feuerwehr hatte 15 Einsatzwagen und 125 Rettungskräfte am Unglücksort.

Augenzeugen berichteten, die Menschen im Pub hätten zunächst nicht wahrgenommen, dass es sich um einen Tragödie handelte. «Wir haben noch gescherzt, dass die Band das Haus zum Einstürzen bringt», sagte Grace McLean. Brendan Riondan sagte, es habe einen Knall gegeben. «Ich dachte erst, die Lautsprecher sind auseinandergeflogen», sagte er in der BBC. Dann sei ein Teil der Decke des Gebäudes auf die Theke gestürzt.

SDA/chk/ajk

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