Zahl der Monsun-Opfer steigt auf rund 200

In Südasien ist es in vielen Ländern zu Überschwemmungen und Erdrutschen gekommen. Besonders betroffen ist Nepal.

Sinflutartige Regenfälle: Zahlreiche Tote in Südasien. (Video: Tamedia)

Durch die Monsun-Regen in Südasien sind dutzende weitere Menschen ums Leben gekommen. Bis Dienstag starben rund 200 Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche, wie die Behörden der betroffenen Länder mitteilten. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen.

In Indiens Finanzmetropole Mumbai stürzte ein dreistöckiges Gebäude ein, mindestens neun Menschen wurden getötet und zehn weitere verschüttet.

Die indischen Behörden meldeten knapp 60 Tote. Besonders schwer trafen die Überflutungen die beiden Bundesstaaten Bihar und Assam im Norden und Nordosten des Landes: In Assam herrschte Alarmstufe Rot, mehr als 80.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Bihar sind laut den Behörden insgesamt 2,3 Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen.

Im pakistanischen Teil von Kaschmir starben mehr als 20 Menschen durch die Auswirkungen des Monsuns.

80 Tote in Nepal

In Nepal kamen durch Überschwemmungen und Erdrutsche knapp 80 Menschen ums Leben, 16.000 Familien mussten aus ihren überfluteten Häusern flüchten.

Die Monsunzeit in Südasien dauert von Juni bis September. Zahlreiche Orte in Südasien waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Gesundheitsexperten befürchten ausserdem die Ausbreitung von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser. Sie riefen die internationale Gemeinschaft um Unterstützung auf. Die Vereinten Nationen boten bereits ihre Hilfe an.

Tausende in Notlagern

Rund ein Drittel von Bangladesh stand unter Wasser. Nach Angaben der Behörden starben dort in den vergangenen Tagen 44 Menschen, davon 18 durch Blitzschläge. Zudem kamen zehn Menschen in den überfüllten Rohingya-Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs ums Leben. Dort wurden ausserdem tausende Hütten durch die Regenfälle zerstört.

Die Uno-Flüchtlingshilfe ist insbesondere über die Lage der aus Myanmar geflüchteten Rohingya in Bangladesh besorgt. «Die Rohingya in Bangladesh haben bereits eine dramatische Flucht hinter sich und in den Flüchtlingslagern erstmals Sicherheit erfahren», erklärte der Geschäftsführer der Uno-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer, in Bonn.

Es regne schon «seit Wochen auf die nur aus Bambus und Plastikplanen bestehenden Hütten der Geflüchteten». Sie brauchten daher «dringend unsere Unterstützung, damit die Lager stabil bleiben».

Auch die Hilfsorganisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe forderte schnelle Hilfe für die Rohingya in den Flüchtlingslagern. Es fehle an allem: «sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Sanitäranlagen und Schutz vor den schweren Überschwemmungen», erklärte die stellvertretende Help-Geschäftsführerin Bianca Kaltschmitt in Bonn.

Nach Uno-Angaben leben mehr als 900'000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesh. Ein Militäreinsatz gegen die muslimische Minderheit in Myanmar im August 2017 hatte eine Massenflucht in das Nachbarland ausgelöst.

sda/red

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