Über 20 Kinder verbrennen in Schlafsaal

In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur ist in einer Schule ein Brand ausgebrochen. Die Ursache ist noch unklar.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei einem Brand im Schlafsaal einer Islamschule in Kuala Lumpur sind 24 Menschen ums Leben gekommen. Eine Mauer hatte einen Ausgang zu einer Treppe versperrt und die 22 Jungen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren sowie zwei Lehrer in den Flammen eingeschlossen. Diese Mauer hätte dort nicht stehen dürfen, sagte der Minister für Wohnungsbau, Noh Omar, am Donnerstag. Die ursprünglichen Baupläne der Schule hätten einen zweiten Ausgang vorgesehen, die nicht genehmigte Mauer sei jedoch dazwischen hochgezogen worden. Nachbarn und Augenzeugen beschrieben dramatische Szenen.

Feuer im Schlafsaal einer Schule: Über 20 Kinder sind ums Leben gekommen. (Video: Tamedia/AFP)

Die Feuerwehr war am frühen Donnerstagmorgen alarmiert worden und löschte den Brand, der im obersten Stockwerk des dreigeschossigen Hauses ausgebrochen war, nach einer Stunde, wie Polizeichef Amar Singh sagte. Die Opfer seien vermutlich erstickt, ihre Körper seien verbrannt gewesen. Den Erkenntnissen der Feuerwehr nach entwickelten sich die Flammen nach einem Kurzschluss in einem Schlafraum. Den Jungen sei der einzige Ein- und Ausgang versperrt gewesen, da die Fenster vergittert waren. 14 Schüler und vier Lehrer hätten gerettet werden können, sechs von ihnen seien in kritischem Zustand im Krankenhaus.

Nach Angaben der Behörden waren die Leichen aufeinander liegend entdeckt worden, weshalb man davon ausging, dass es zuvor zu einer Massenpanik kam. Feuerwehrleute und Augenzeugen beschrieben ein Horrorszenario: die Jungen hätten nach Hilfe geschrien und keiner habe ihnen helfen können. Er sei von einem lauten Geräusch aufgewacht, das er für zunächst für einen Sturm gehalten habe, sagte ein Angestellter er Schule. Dann habe er bemerkt, dass es sich um Schreie handelte.

Lokale Medien zeigten Bilder von verkohlten Hochbetten. Sie habe die Menschen schreien gehört und ihre Hände aus den vergitterten Fenstern schrecken sehen, sagte eine Nachbarin. Sie haben nichts tun können, das Feuer sei zu heftig gewesen. Die private Islamschule Darul Quran Ittifaqiyah besuchten vor allem Jungen. Viele der Privatschulen sind in Malaysia von der staatlichen Inspektion ausgeschlossen. Nach Angaben der Zeitung «The Star» waren im April dieses Jahres landesweit 519 solcher Islamschulen registriert. Es werde jedoch angenommen, dass es weitere nicht registrierte Schulen gibt.

Laut der Zeitung haben die Feuerwehren seit 2015 211 Brände in privaten Islamschulen registriert. Im August dieses Jahres retteten sich 16 Menschen vor einem Feuer aus einer Islamschule im Staat Kedah. Die schlimmste Feuerkatastrophe ereignete sich im Jahr 1989: Bei einem Brand kamen 27 Schülerinnen in Kedah ums Leben. (chk/AFP)

Erstellt: 14.09.2017, 04:15 Uhr

Newsletter

Immer die Region zuerst. Am Wochenende.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende.
Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Blogs

Gartenblog Tomatenzähler

Bern & so Das grüne Grauen

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Ganz entspannt: Mit Musik auf den Ohren lässt sich ein Mann an der Tattoo Convention in Montreux ein Bild auf den Oberarm stechen. (17. September 2017)
(Bild: Christian Merz) Mehr...