Thun-Spieler wegen Zungenküssen bestraft

In einem weiteren Prozess um die Sex-Affäre beim FC Thun ist ein Spieler zu einer Busse und einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden.

In der Sex-Affäre rund um den FC Thun hat eine Strafeinzelrichterin das dritte Urteil gegen einen Spieler der 1. Mannschaft gefällt. Wegen Zungenküssen verhängte sie eine bedingte Geldstrafe von drei Tagessätzen à 140 Franken. Der Spieler des FC Thun wurde wegen sexueller Handlungen mit einem Kind auch zu einer Busse von 350 Franken und zur Zahlung der Verfahrenskosten verurteilt. Zungenküsse gälten in der aktuellen Lehre als sexuelle Handlungen, sagte die Richterin bei der Urteilsbegründung.

Sie sah es als erwiesen an, dass sich das Opfer - ein damals vierzehneinhalbjähriges Mädchen, das für den FC Thun schwärmte - im März 2006 zusammen mit einer Freundin in die Wohnung des Spielers begab. Den Spieler hatte sie bei den Trainings kennengelernt und von ihm die Telefonnummer erhalten.

Im Wohnzimmer der Spielerwohnung plauderten die drei zuerst ein wenig, dann begaben sich der Spieler und das Mädchen ins Schlafzimmer, wo es zu den Küssen kam.

Der Spieler bestritt laut der Richterin, das Mädchen geküsst zu haben. Sein Anwalt forderte einen Freispruch. Die Aussagen des Spielers seien aber nicht glaubwürdig, sagte die Richterin. Sie bezog sich auch auf Zeugenaussagen der Freundin und der Mutter des Opfers. Der Prozess fand hinter verschlossenen Türen statt.

Affäre ist nun fast abgeschlossen

Mit dem Urteil vom Freitag ist die strafrechtliche Beurteilung der Sex-Affäre rund um den FC Thun fast abgeschlossen. Es liegen nun elf Urteile vor, von denen - bis auf das neuste - alle rechtskräftig sind, wie bei den Strafverfolgungsbehörden auf Anfrage zu erfahren war. Gegen 13 Personen war letztes Jahr Anklage erhoben worden.

Das zwölfte Verfahren - gegen einen Minderjährigen - wurde aufgehoben, das dreizehnte war längere Zeit wegen Landesabwesenheit des Angeschuldigten unterbrochen. Es sei wieder aufgenommen worden und werde voraussichtlich mit einem Strafmandat abgeschlossen, hiess es diese Woche beim Untersuchungsrichteramt Berner Oberland auf Anfrage.

Geldstrafen in allen Fällen

Verhängt wurden bisher in allen Fällen bedingte Geldstrafen, Bussen und in einem Fall gemeinnützige Arbeit. Dies jeweils wegen sexueller Handlungen mit einem Kind und - vereinzelt - Pornografie. Die höchste Strafe verhängte Anfang Juli das Kreisgericht Bern- Laupen mit 150 Tagessätzen à 30 Franken.

Die zwei anderen jungen Männer, welche zur Tatzeit Spieler der 1. Mannschaft des FC Thun waren, wurden im Mai wegen sexueller Handlungen mit dem immer gleichen Kind zu bedingten Geldstrafen verurteilt.

vin/sda

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