Student wirft Freysinger Torte ins Gesicht

Der Walliser SVP-Politiker diskutierte an der Universität Genf über den Kampf gegen den Terrorismus. Bei der Podiumsveranstaltung wurde er selbst zum Angriffsziel.

Beschmiert mit Tortenstücken: SVP-Nationalrat Oskar Freysinger an der Uni Genf.

Beschmiert mit Tortenstücken: SVP-Nationalrat Oskar Freysinger an der Uni Genf. Bild: Tribune de Genève

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«Hat der dritte Weltkrieg am 11. September 2001 begonnen?»: Unter dieser Affiche hielt die Genfer SVP gestern an der Uni Dufour eine Veranstaltung zum Jahrestag des Attentats in New York statt. Prominente Gäste waren der Direktor des Islamischen Zentrums in Genf, Hani Ramadan, und der Walliser Nationalrat Oskar Freysinger – zwei Charaktere, die höchst unterschiedliche zum Standpunkte vertreten. Wie die «Tribune de Genève» berichtet, zog die Veranstaltung über 600 Zuschauer an. Sogar ein Polizeiaufgebot war vor Ort, um Besucher abzuweisen, die keinen Platz mehr fanden.

Der verbale Schlagabtausch zwischen dem Islamkritiker Freysinger und dem gemässigten Islamforscher Ramadan verlief in geordneten Bahnen: Freysinger kritisierte die Scharia und sprach über die schleichende Islamisierung, die seiner Meinung nach in Europäischen Gesellschaften überhand nehme. Auf der anderen Seite beschwor Ramadan die Vielfalt an muslimischen Religionsauslegungen und verurteilte die pauschale Sichtweise der SVP. Die beiden Kontrahenten seien in der Diskusseion sehr höflich zueinander gewesen, schreibt die Zeitung.

Der Tortenwurf als politische Freiheit?

Die Attacke ereignete sich, nachdem die eigentliche Debatte bereits geschlossen war. Einer der anwesenden Studenten – offenbar kein Befürworter von Freysingers Argumentationslinie – warf eine Torte in Richtung des SVP-Politikers. Freysinger wurde im Gesicht getroffen, seine Jacke wurde mit Schlagrahm bekleckert. Der Student wurde daraufhin von Sicherheitskräften gefasst und aus dem Raum geführt.

Wie Freysinger gegenüber dem Westschweizer Radio RSR sagte, sei ihm so etwas noch nie passiert. Freysinger zeigte sich erbost: «Die Person, die mir die Torte ins Gesicht warf, hätte wenigstens verhindern können, dass sie mir ihren Finger ins Auge drückte», so Freysinger. «Wenn ich vor solchen Dingen Angst bekomme, höre ich auf mit der Politik.» Später relativierte er diese Aussage jedoch wieder und sagte, die «Freiheit, eine Torte zu werfen», gehöre zur Demokratie. (ssc/sda/Tribune de Genève)

Erstellt: 06.09.2011, 11:23 Uhr

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