Schneesturm schüttelt Skifahrer in Gondeln durch

Das Wetter bleibt ungemütlich: stürmisch, regnerisch und teilweise begleitet von Schneefall.

Schneesturm in Verbier VS: Skifahrer sitzen in Gondeln fest.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Sturmtief «Evi» ist am Mittwoch durch die Schweiz gefegt. Am Skilift Verbier - Les Ruinettes im Kanton Wallis blieben die Gondeln stehen, weil der Schneesturm derart stark wütete. Einige Skifahrer waren zwischenzeitlich in den Gondeln gefangen, wie ein Leserreporter berichtete.

Das für die Technik zuständige Unternehmen Téléverbier bestätigt den Vorfall. Man habe gewartet, bis sich die Windböen beruhigt haben und dann die Fahrt fortgesetzt. «Es bestand zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, dass die Gondeln abreissen könnten», so ein Sprecher.

Kurze Entspannung

«Evi» sei im Laufe des Mittwochs in Richtung Osten abgezogen, teilte eine Sprecherin von MeteoSchweiz am Mittwoch auf Anfrage mit. Doch die Entspannung ist kurz: Das nächste Sturmtief mit Namen «Friederike» folgt schon am (morgigen) Donnerstag.

In der Nacht auf Freitag werde dieser Sturm seine volle Stärke erreichen. «Wir erwarten ähnliche Windgeschwindigkeiten wie bei 'Evi'», sagte die Sprecherin. Bis Freitagnachmittag gelte deshalb noch die dritthöchste Windwarnstufe. Ausserdem seien Neuschneemengen von 20 bis 50 Zentimetern möglich.

«Evi» wirft Dach auf Bahngleis

Am Mittwoch erreichte der Sturm laut Meteonews die Rekordwindgeschwindigkeit von 195 Stundenkilometern auf dem Gornergrat. An exponierten Zugstrecken reichten auch schon sanftere Windstösse aus, um Verkehrswege zu unterbrechen.

Zum Beispiel blockierte in Oensingen SO ein weggewehtes Hausdach ein SBB-Gleis. Strommasten und die Stromleitung wurden dabei beschädigt. Die Bahnlinie Solothurn-Olten war für unbestimmte Zeit unterbrochen und Züge müssten über die Neubaustrecke umgeleitet werden.

Ein Föhnsturm sorgte auf der Strecke von Visp VS nach Täsch für einen Streckenunterbruch - es verkehrten Bahnersatzbusse. Zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Jungfraujoch im Berner Oberland war der Bahnverkehr wegen starker Schneefälle unterbrochen. Aus dem gleichen Grund fuhr auch über den Oberalppass kein Zug.

Lawinengefahr

Der Autoverlad am Furka musste ebenfalls eingestellt werden, da zwischen Oberwald und Realp die Bahn ausfiel. Als Grund gab die Matterhorn-Gotthard-Bahn erhöhte Lawinengefahr an.

Im Westen und Norden herrsche verbreitet eine «grosse Lawinengefahr», teilte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) mit. Durch Neuschnee und Sturm seien grosse Triebschneeansammlungen entstanden. In einigen Gebieten vom Wallis bis nach Graubünden gelte die zweithöchste Gefahrenstufe.

Radio ausgefallen

Die Zürcher Stadtpolizei musste am Mittwochmittag wegen Sturm «Evi» rund ein Dutzend Mal ausrücken. Windböen liessen Äste herunterstürzen, und Schneeglätte führte zu mehreren Verkehrsunfällen. Verletzt wurde aber niemand, wie die Stadtpolizei mitteilte.

«Evi» machte auch Radiohörern einen Strich durch die Rechnung. Ein Sendemast auf dem Niederhorn sei so stark beschädigt worden, dass in weiten Teilen des Berner Oberlands und in den Gemeinden des Freiburger Sensebezirkes die SRF-Radioprogramme nicht zu empfangen gewesen seien, teilte der Sender am Mittwoch mit. Wegen der starken Windböen sei es zudem für die Techniker unmöglich gewesen, auf den Mast zu steigen und den Schaden zu beheben.

(nxp/sda)

Erstellt: 17.01.2018, 22:09 Uhr

Update folgt...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Trigger für Höhenangst: Ein Besucher der Aussichtsplattform des King Power Mahanakhon Gebäudes in Bankok City posiert fürs Familienalbum auf 314 Meter über Boden. (16. November 2018)
(Bild: Narong Sangnak/EPA) Mehr...