Anti-OSZE-Demo endet mit Tränengas und Gummischrot

Nach Abschluss der OSZE-Ministerkonferenz haben sich in Basel mehrere hundert Personen zu einer Demonstration versammelt. Diese verlief weitgehend friedlich – zumindest bis zum Ende am Claraplatz.

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Mischa Hauswirth

Der Zug der Gegner der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sammelte sich um 18 Uhr im De-Wette-Park beim Bahnhof. Eine halbe Stunde später zogen etwa 400 bis 500 Personen auf der bewilligten Route durch die Innenstadt: Von der Elisabethenstrasse zum Bankenplatz, dann durch die Freie Strasse in Richtung Barfüsserplatz und durch die Gerbergasse via Schifflände und Mittlere Brücke zum Claraplatz. Vor allem die Demonstranten in den vordersten Reihen waren vermummt.

Bereits in der Elisabethenstrasse zündeten die Demonstranten erste Pyrofackeln und Knallpetarden. Zudem skandierten sie Parolen gegen den Kapitalismus und für mehr Gerechtigkeit und wirklichen Frieden auf der Welt. Bei mehreren Stopps prangerten sie das System an, die etablierten Parteien und die OSZE, die sie als Kriegstreiber und Gewalttäter bezeichente.

In der Freien Strasse wurde es heikel

Zu Beginn war die Stimmung friedlich. Das erste Mal heikel wurde es, als der Demonstrationszug in der Freien Strasse auf Polizisten stiess, die ihnen den Weiterzug durch die Freie Strasse verwehrten. Die Stimmung drohte zu kippen und die Vermummten provozierten die Polizei. Doch BastA!-Grossrat Urs Müller gelang es, den Zug zum Weitermarschieren zu bewegen. Der Politiker war es auch, der die Bewilligung für die Demonstration eingeholt hatte.

Beim Restaurant Safran-Zunft, wo am Donnerstag das Gala-Diner der OSZE-Delegationsspitzen stattfand, kam es zu mehreren Sprayereien an der Fassade. Auch das Café Spitz und zuvor die UBS in der Aeschenvorstadt wurden versprayt. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und beschränkte sich darauf, dafür zu sorgen, dass die bewilligte Route eingehalten wurde.

Steine, Flaschen, Gummischrot

Bis zum Claraplatz blieb die Situation mehr oder weniger ruhig. Als der Demonstrationszug gegen 20 Uhr zu Ende war, löste sich die Gruppe jedoch nicht auf, sondern es flogen Knallpetarden und Flaschen gegen die Polizisten. Diese standen bereit, um zu gewährleisten, dass niemand Richtung Messeplatz weiterzog. Einige Flaschen und Petarden verfehlten die Polizisten nur knapp. Als die Demonstranten weitere Flaschen warfen und einen Abfalleimer in Brand steckten, antwortete die Polizei mit Gummischrot.

Chaoten warfen darauf hin weitere Gegenstände gegen die Polizisten und zogen sich langsam zurück in Richtung Rebgasse. In der Folge kam es zu Strassenschlachten im Kleinbasel. Die Polizei ging weiter mit Tränengas und Gummischrot gegen die Unruhestifter vor, die in Richtung Wettsteinplatz rannten. Beim Theodorskirchplatz flogen Steine gegen die Polizei, welche die Chaoten versuchte einzukesseln. Die BaZ beobachtete, wie Polizisten verletzt wurden – wie schwer, das war bis zum Redaktionsschluss nicht bekannt.

Es standen Polizisten aus vielen Schweizer Kantonen im Einsatz, die Einsatzleitung hatte jedoch die Kantonspolizei Basel-Stadt. Von der Demo und den Krawallen war auch der öffentliche Verkehr betroffen. Es kam zu umgeleiteten Trams und Verspätungen. Als sich die Krawalle in Richtung Wettsteinplatz verschoben, musste auch dort der Tramverkehr eingestellt und der Verkehr umgeleitet oder gestoppt werden. Die Chaoten gefährdeten mit ihren Stein- und Flaschenwürfen auch Passanten, darunter Familien mit Kindern. Nach 22.30 Uhr lösten sich die einzelnen Gruppen auf, wie die Kantonspolizei Basel mitteilte. Zwei Polizisten mussten zur Kontrolle in die Notfallaufnahme, 19 Personen wurden kontrolliert und wieder freigelassen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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