Ex-UBS-Banker Birkenfeld legt Streit mit Anwälten bei

Mehr als 100 Millionen Dollar erhielt der ehemalige UBS-Banker Bradley Birkenfeld für seine Enthüllungen. Eine Teil des Geldes hatte er seinen Anwälten versprochen. Doch dann trennte er sich von der Kanzlei.

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Der ehemalige UBS-Banker und Informant der amerikanischen Steuerbehörde IRS in der Affäre um die Grossbank, Bradley Birkenfeld, hat den Rechtsstreit mit seinen ehemaligen Anwälten beigelegt. Dies geht aus Gerichtsunterlagen vor, die der Nachrichtenagentur sda vorliegen.

104 Millionen Dollar Belohnung hat der ehemalige UBS-Banker 2012 für seine Enthüllungen erhalten, fast 13 Millionen davon beanspruchten die Anwälte.

2006 hatte Birkenfeld die Kanzlei Schertler & Onorato angeheuert, um ihm in den Verhandlungen mit dem IRS beizustehen. In den Vertragspapieren versprach der Banker der Anwaltskanzlei 12,5 Prozent einer allfälligen Belohnung des Informanten.

31 Monate in Haft

Birkenfeld wurde in der Folge für seine eigene, nicht saubere Rolle in der Steueraffäre verurteilt und sass 31 Monate Haft ab. Noch vor seiner Haftstrafe trennte sich der Banker von Schertler & Onorato 2008 und verklagte die Kanzlei wegen fehlerhafter Behandlung seines Falles.

Die Kanzlei Kohn, Kohn & Colapinto, die Birkenfeld neu vertritt, machte geltend, Schertler & Onorato hätten keinen Anspruch auf ihren Teil der grössten Belohnung, die je ein Informant in den USA eingestrichen hat.

Sowohl Schertler & Onorato wie auch Birkenfeld zogen den Streit vor Gericht. Nun wurden beide Klagen fallengelassen. «Die Parteien in diesem Gerichtsverfahren informieren das Gericht hiermit, dass der Fall aussergerichtlich geregelt werden konnte», schrieben Anwälte beider Seiten dem Gericht vergangene Woche. Über die Höhe der Vergleichssumme wurde nichts bekannt. (kpn/sda)

Erstellt: 04.11.2013, 20:02 Uhr

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