Thur tritt über die Ufer – so sieht es im Toggenburg von oben aus

Ein Drohnenvideo zeigt das Ausmass der Überschwemmungen. Auch die Bahnstrecke Zürich-München ist betroffen.

Land unter im Toggenburg: Ein Drohnenvideo zeigt die Überschwemmungen, die das Tief Axel angerichtet hat. Video: SDA

In der Ostschweiz hält der Dauerregen auch am Dienstag an. Einzelne Flüsse – wie die Thur im Toggenburg – sind über die Ufer getreten, es ist zu kleineren Überschwemmungen gekommen. Die Feuerwehren haben zum Wasserauspumpen ausrücken müssen.

Der Regen führte schon in der Nacht im Osten des Landes an mehreren Orten zu Überschwemmungen. Betroffen waren unter anderem die Kantonshauptstadt St. Gallen. In Amden trat zudem ein Bach über die Ufer. Personen kamen laut Mitteilung der Polizei nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden.

Die Wetterbehörde Meteoschweiz warnte für die Gebiete am zentralen und östlichen Alpennordhang – zwischen Zentral- und Ostschweiz – teils vor erheblicher Regengefahr. Laut SRF Meteo fielen in den vergangenen 24 Stunden verbreitet über 50 Millimeter Regen, im Klöntal im Kanton Glarus wurden gar 73 Millimeter gemessen.

Im Osten hat es am Dienstag weiter geregnet. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt zwischen dem Glarnerland und dem östlichen Bodensee. Die Bach- und Flusspegel bleiben hoch. Im Toggenburg ist die Thur stellenweise über die Ufer getreten. Auch im Grenzgebiet zu Österreich sind kleinräumige Überschwemmungen und Hangrutschungen möglich.

So sieht es in Andelfingen aus. Video: Tamedia

Die St. Galler Kantonspolizei hat im Verlaufe des Tages nur noch ganz vereinzelte Meldungen erhalten. «So mussten in St. Peterzell und in Rapperswil-Jona die Feuerwehren zum Wasserauspumpen aus Liegenschaften aufgeboten werden», sagte der Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, Hanspeter Krüsi, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Bahnstrecke Zürich - München betroffen

Auch in Deutschland sorgte das Tief Axel für heftige Regenfälle, beispielsweise im Allgäu. So ist auch die Bahnstrecke zwischen Zürich und München vom Dauerregen betroffen. So meldet die SBB, dass die internationalen Züge zwischen Lindau und München unterbrochen seien und ausfallen. Die Behörden ordneten den Aufbau einer Hochwasserschutzwand an, worauf die Bahn zwischen Kempten und Immenstadt gesperrt werden musste. Wann die Sperrung aufgehoben werden kann, war bis Dienstagnachmittag noch nicht absehbar. Auf jeden Fall verkehren Ersatzbusse zwischen Lindau und München.

Die Stadt Wangen im Allgäu löste Hochwasseralarm aus. Der Fluss Obere Argen, der durch die Stadt fliesst, habe den Auslösepegel für den Alarm von 2,30 Metern um 1.30 Uhr überschritten, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Behörden setzten einen Hochwasser-Einsatzplan in Kraft, verteilten Sandsäcke und richteten ein Bürgertelefon sowie einen Liveticker ein.

In den Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen seien in sechs Stunden teilweise bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Im Alpenvorland hätten ausserdem mehrere Stationen vier bis neun Liter pro Stunde gemeldet.

fal/sda/sz.de

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