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26-jähriger Mann fährt Auto in Menschenmenge – drei Tote

In Graz raste ein psychisch gestörter Mann durch die Stadt und tötete dabei drei Menschen, darunter ein 4-jähriges Kind. Dutzende Personen wurden schwer verletzt.

Schock und Trauer nach Amokfahrt in Österreich: Die Grazer Innenstadt blieb bis Samstagabend gesperrt. (20. Juni 2015)
Schock und Trauer nach Amokfahrt in Österreich: Die Grazer Innenstadt blieb bis Samstagabend gesperrt. (20. Juni 2015)
Keystone
Ein 26-Jähriger hatte am Samstagmittag drei Personen getötet und 34 verletzt.
Ein 26-Jähriger hatte am Samstagmittag drei Personen getötet und 34 verletzt.
Elmar Gubisch, Keystone
Der Geländewagen des Amokfahrers ist völlig demoliert.
Der Geländewagen des Amokfahrers ist völlig demoliert.
Elmar Gubisch, Keystone
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Ein Amokfahrer hat in Graz mit einem Geländewagen mindestens drei Menschen getötet. Das jüngste Todesopfer ist ein 4-jähriger Junge. Auch eine 25-jährige Frau und ein 28-jähriger Mann erlagen den schweren Verletzungen. Weitere 34 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden, teilt Steiermarks Ministerpräsident Hermann Schützenhöfer mit.

Bei dem Fahrer soll es sich um einen 26-jährigen Familienvater aus der Umgebung handeln. Nach offiziellen Angaben waren psychische Probleme der Auslöser für die Tat. Laut Medienberichten stand der Berufskraftfahrer vor einer Scheidung. Fanatismus scheide als Motiv aus.

Nach ersten Erkenntnissen fuhr der Wagen mit hoher Geschwindigkeit auf einen belebten Platz in der Innenstadt. Augenzeugen sprachen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Dort waren zahlreiche Fussgänger unterwegs, viele Menschen sassen auf Stühlen vor Cafés. Das Fahrzeug raste demnach gezielt in die Menge. Es brach Panik aus, etliche Menschen versuchten, sich in Gebäude zu retten.

Zusätzlich mit Messer attackiert

Die Amokfahrt dauerte mehrere Minuten, wobei der Täter sein Auto auch verliess und Passanten mit einem Messer attackierte. Die Fahrt endete schliesslich vor dem Polizeigebäude, wo sich der 26-Jährige der Polizei stellte. Er wird nun zu seinem Motiv befragt.

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl war zu dem Zeitpunkt der Amokfahrt auch in der Innenstadt unterwegs und wurde selbst zum Augenzeugen. «Der Lenker ist bewusst gegen Passanten gefahren, ich habe selber gesehen, wie eine Frau niedergefahren wurde», zitierte ihn die «Kleine Zeitung».

Tatort grossräumig abgesperrt

Die Innenstadt von Graz, der zweitgrössten Stadt Österreichs, wurde grossräumig abgesperrt, Polizisten und Spezialeinheiten hinderten Schaulustige nahe des Tatorts am Weitergehen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

Rund 60 Krankenwagen und vier Helikopter waren im Einsatz, aus der gesamten Region wurden Rettungskräfte hinzugezogen. Die Landesregierung richtete einen Krisenstab ein.

Bundespräsident Heinz Fischer äusserte sich in einer ersten Reaktion «zutiefst geschockt über die Wahnsinnstat». Der Fussball-Bundesligist Sturm Graz sagte ein für heute angesetztes Testspiel kurzfristig ab. Die Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und bei den Menschen, die ihnen nahe standen, teilte der Verein mit.

Tweets zum Unglück:

SDA/slw/ale

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