24 tote Katzen gefunden – im Tiefkühler und Gartenhaus

In Müllheim TG hat das Veterinäramt eine private Tierhaltung geräumt – 35 Tiere wurden beschlagnahmt.

Eine Katze in einem Tierheim in Basel. Symbolbild: Keystone/Georgios Kefalas)

Eine Katze in einem Tierheim in Basel. Symbolbild: Keystone/Georgios Kefalas)

Polizei und Thurgauer Veterinäramt haben am Donnerstag eine private Tierhaltung in Müllheim geräumt. Hunden und Katzen wurden in einem Privathaushalt unter prekären Verhältnissen gehalten.

In einem Privathaushalt seien bei einer amtlichen Tierschutzkontrolle stark verwahrloste und vernachlässigte Tiere in prekären hygienischen Haltungsbedingen angetroffen worden, teilte das Thurgauer Veterinäramt mit.

Insgesamt wurden 18 Katzen, zwei Hunde, vier Kaninchen, sieben Hühner und vier Wüstenrennmäuse vorsorglich beschlagnahmt. Neben den lebenden Tieren fand das Veterinäramt 21 tote Katzen in einem Gefrierschrank, zusammen mit Lebensmitteln. Drei in Plastiksäcken verpackte Katzenkadaver lagen in einem Gartenhäuschen.

Gegen die Tierhalterin wurde bereits in der Vergangenheit ein Teiltierhalteverbot verhängt. Nun wird ein Administrativverfahren wegen Verstosses gegen die Tierschutzgesetzgebung eröffnet. Der Frau droht ein Totaltierhalteverbot.

«Falsch verstandener Tierschutz»

Gemäss Recherchen von 20 Minuten handelt es sich um eine Tierhalterin, die zusammen mit ihrer Schwester ein Online-Tiervermittlungsportal betrieb. Die Frau ist Thurgauer Tierschützern schon seit Jahren ein Dorn im Auge. «Sie holte herrenlose Katzen aus dem Ausland zu sich und gab an, diese dann in der Schweiz zu vermitteln», sagt Beatrice Baumann von der Tierhilfe Schweiz.

Bereits 2009 waren Tierschützer aktiv geworden, nachdem die Tierhaltung bei der Frau ausser Kontrolle geraten war. Die Behörden verhängten in der Folge ein Tierhalteverbot, wie Kantonstierarzt Paul Witzig gegenüber 20 Minuten bestätigt. «Die Frau durfte in der Folge zwölf Katzen behalten, diese nach dem Ableben aber nicht ersetzen, sodass am Schluss fünf Tiere hätten übrig bleiben sollen», so Witzig. Offenbar hielt sie sich nicht an die Vorgaben. Witzig: «Leider trifft man immer wieder auf solche Verhältnisse.» Der Kantonstierarzt spricht von «falsch verstandenem Tierschutz». Witzig: «In einem Einfamilienhaus ist es schlicht unmöglich, soviele Katzen unter hygienischen Bedingungen zu halten.»

sda/Mit Material von 20min.ch

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