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Teenager klauen Haarspangen von Auschwitz-Opfern

Zwei Briten wurden im früheren Konzentrationslager Auschwitz verhaftet. Sie sollen dort historische Objekte gestohlen haben – ihnen droht eine hohe Strafe.

Auch der Schriftzug «Arbeit macht frei» wurde schon einmal gestohlen: Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz (30. April 2003)
Auch der Schriftzug «Arbeit macht frei» wurde schon einmal gestohlen: Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz (30. April 2003)
Frank Leonhardt, Keystone

Die polnische Polizei hat die beiden 18 und 17 Jahre alten Briten im früheren KZ Auschwitz festgenommen. Wachleute hätten die beiden Jugendlichen am Montag bei Grabungen erwischt. An der betroffenen Stelle hätten einst Baracken gestanden, in denen die persönlichen Gegenstände der Häftlinge aufbewahrt wurden. Bis heute würden dort Habseligkeiten der NS-Opfer gefunden.

Die Wachen hätten die beiden Briten «festgehalten und entdeckt, dass sie Glasscherben, Knöpfe, Haarspangen und Metallstücke bei sich hatten», sagte der Polizeisprecher Mariusz Ciarka. Er rechne damit, dass sich der Staatsanwalt schon sehr bald zu einer möglichen Anklage gegen die Briten äussere. Seinen Angaben zufolge droht den Jugendlichen für das Stehlen von Objekten von historischem Wert eine bis zu zehnjährige Haftstrafe.

Schon einmal hohe Haftstrafe ausgesprochen

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand versucht hat, Objekte aus der Gedenkstätte Auschwitz herauszuschmuggeln. Im Jahr 2009 gelang es Dieben, das Schild mit dem Schriftzug «Arbeit macht frei» vom Eingang des Lagers mitzunehmen. Der Schriftzug wurde später – in mehrere Teile zerlegt – gefunden und wieder zusammengeschweisst. Der Auftraggeber dieses Diebstahls, der schwedische Neonazi Anders Högström, wurde zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt.

Das im Südosten Polens gelegene Lager Auschwitz ist zum Symbol der NS-Vernichtungsmaschinerie geworden. Die Gedenkstätte zählt jedes Jahr mehr als eine Million Besucher aus aller Welt.

AFP/slw

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