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«Sponsoren wissen, dass Katar ein Sklavenstaat ist»

Die Arbeitsbedingungen im WM-Land Katar sind prekär: Der Internationale Gewerkschaftsbund stellt jetzt Sponsoren des Fussballturniers an den Pranger.

Geschönte Realität: Bauarbeiter in Katar. Dieses Foto wurde während eines offiziellen Pressetermins aufgenommen.
Geschönte Realität: Bauarbeiter in Katar. Dieses Foto wurde während eines offiziellen Pressetermins aufgenommen.
Keystone

Der Internationale Gewerkschaftsbund hat Sponsoren des internationalen Fussballverbands Fifa aufgerufen, mehr Verantwortung für den Umgang mit Arbeitern für die WM 2022 in Katar zu übernehmen. Die schrecklichen Arbeitsbedingungen in dem Land seien ein Schandfleck auf der Marke jeder Firma, hiess es.

Bei einer Pressekonferenz erwähnte der IGB Unternehmen wie McDonald's, Visa, Coca-Cola, Adidas, Budweiser, Gazprom, Kia und Hyundai. Diese hätten die Macht, sowohl Fifa als auch Katar unter Druck zu setzen, die Behandlung von Hunderttausenden Migrantenarbeitern zu verbessern, hiess es.

1,4 Millionen Migrantenarbeiter

Katar, das von der Fifa als Gastgeberland der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 ausgewählt wurde, verfügt über begrenzte Sporteinrichtungen und steckt derzeit mitten in einem grossen Bauboom. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow sagte, 1,4 Millionen Migrantenarbeiter schufteten in Katar. Die Zahl werde bald auf 2,4 Millionen ansteigen, da das Land einen Tiefwasserhafen baue.

Migranten müssten bei Temperaturen von 50 Grad Celsius arbeiten und könnten misshandelnde Arbeitgeber nicht verlassen. «Sponsoren wissen, dass Katar ein Sklavenstaat ist», sagte Burrow. «Dies ist das reichste Land der Welt und sie müssen nicht so arbeiten... Fans wollen nicht, dass das Spiel auf diese Weise beschämt wird.»

«Fifa weigert sich...»

Burrow sagte, das Internationale Olympische Komitee habe Kriterien für Menschenrechtsstandards aufgestellt, «(aber) Fifa weigert sich, über die Angelegenheit zu reden». Sie appellierte an Sponsoren und die Fifa, Katar dazu zu drängen, einen Mindestlohn einzuführen, den Migranten eine Vereinigungsfreiheit einzuräumen und eine Diskriminierung zu stoppen, bei der nepalesische Arbeiter eine geringere Bezahlung erhielten.

AP/spu

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