Zum Hauptinhalt springen

Opferzahl des Jangtse-Unglücks steigt auf fast 400

Chinesische Behörden melden, dass bisher 396 Menschen tot aus dem gekenterten Kreuzfahrtschiff geborgen wurden. 46 Personen werden noch vermisst.

Polizisten warten darauf die Leichen auf der Eastern Star zu bergen. (5. Juni)
Polizisten warten darauf die Leichen auf der Eastern Star zu bergen. (5. Juni)
Keystone
Krane beginnen das gesunkene Kreuzfahrt-Schiff zu heben. (5. Juni)
Krane beginnen das gesunkene Kreuzfahrt-Schiff zu heben. (5. Juni)
AFP
Angehörige hoffen auf Lebenszeichen von Passagieren. (2. Juni 2015)
Angehörige hoffen auf Lebenszeichen von Passagieren. (2. Juni 2015)
Keystone
1 / 15

Riesige Kräne haben das am 2. Juni gekenterte Kreuzfahrtschiff auf dem chinesischen Fluss Jangtse in eine aufrechte Position gebracht. Das Manöver sorgte dafür, dass mehr als 200 weitere Leichen gefunden werden konnten. Noch immer werden 46 Menschen vermisst.

Die verheerende Schiffskatastrophe auf dem Jangtse-Fluss im östlichen Teil Chinas hat mehr als 300 Menschen in den Tod gerissen. Der staatliche Fernsehsender CCTV und die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua sprachen am Samstagmorgen (Ortszeit) zunächst übereinstimmend von 345 gefundenen Leichen, korrigierten diese Zahl kurz darauf auf 331. Inzwischen hat Xinhua die Opferzahl nach oben korrigiert und schreibt nun von 396 Leichen. In der Nacht und am Samstagmorgen seien Hunderte weitere Leichen geborgen worden, nachdem das gekenterte Schiff mit Kränen wieder in eine aufrechte Position gebracht worden war.

Das schwerste Schiffsunglück in China seit fast 70 Jahren

Bei dem Unglück handelt es sich nunmehr um die folgenschwerste maritime Katastrophe in China seit fast sieben Jahrzehnten. Insgesamt hatten sich 456 Menschen an Bord des kleinen Kreuzfahrtschiffes befunden. Gerettet wurden bislang nur 14.

Seit dem Unglück am Montagabend haben Rettungskräfte und Taucher versucht, Überlebende aus dem Rumpf des Schiffes zu bergen. Es lag umgedreht mit dem Kiel nach oben im Wasser. Notfallteams befestigten Ketten amSchiffsrumpf. Mit deren Hilfe wurde das blau-weisse Schiff umgedreht und Schritt für Schritt mit zwei 500-Tonnen-Kränen aus dem grauen Wasser des Jangtse gehoben.

An Bord des Schiffes waren überwiegend Chinesen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren. Sie waren auf dem Jangtse von der Stadt Nanjing in die Millionenmetropole Chongqing unterwegs. Nahe Damazhou in der Provinz Hubei war das Schiff dann gekentert.

Unglücksschiff wies Sicherheitsmängel auf

Laut Behördenangaben war es in einen Zyklon geraten. Dennoch kamen der Kapitän und der erste Maschinist in Polizeigewahrsam, nachdem beide die Tragödie überlebten. Angehörige von Passagieren haben die Frage aufgeworfen, ob das Schiff seine Reise nach dem Beginn des Sturms trotz einer Wetterwarnung am Abend hätte fortsetzen sollen. Unterlagen der Seefahrtsbehörde von Nanjing zeigen zudem, dass vor zwei Jahren Sicherheitsmängel an dem Unglücksschiff festgestellt worden waren.

Das zuvor tödlichste Unglück auf chinesischen Gewässern der vergangenen Jahrzehnte geschah im November 1999 in der Provinz Shandong. Dort hatte eine Fähre Feuer gefangen und rund 280 Menschen an Bord getötet, nachdem sie gekentert war. Noch weitaus mehr Opfer forderte 1948 das Sinken der «SSKiangya» in derNähe von Shanghai. Es wird von 2750 bis fast 4000 Toten ausgegangen.

SDA/ofi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch