Zum Hauptinhalt springen

Schettino-Prozess: Entlarvende Tonaufnahmen

Der Hafenkommandant von Livorno erhebt vor Gericht schwere Vorwürfe gegen Francesco Schettino und die Crew: Diese hätten während der Katastrophe falsch kommuniziert.

czu
Das Verfahren geht wohl in die nächste Runde: Francesco Schettino im Gericht in Grosseto, Italien. (11.Februar 2015)
Das Verfahren geht wohl in die nächste Runde: Francesco Schettino im Gericht in Grosseto, Italien. (11.Februar 2015)
Gregorio Borgia/AP
Schettino soll 16 Jahre hinter Gitter: Richter Giovanni Puliatti verkündet das Urteil. (11. Februar 2015)
Schettino soll 16 Jahre hinter Gitter: Richter Giovanni Puliatti verkündet das Urteil. (11. Februar 2015)
Reuters
Brach sein Schlusswort weinend ab: Schettino vor Gericht. (11. Februar 2015)
Brach sein Schlusswort weinend ab: Schettino vor Gericht. (11. Februar 2015)
Reuters
Der Staatsanwalt fordert 26 Jahre Haft: Der Costa-Concordia-Kapitän Francesco Schettino auf dem Weg zum Gericht. (11. Februar 2015)
Der Staatsanwalt fordert 26 Jahre Haft: Der Costa-Concordia-Kapitän Francesco Schettino auf dem Weg zum Gericht. (11. Februar 2015)
Reuters
Der indonesische Steuermann habe seine Befehle auf Englisch nicht verstanden, rechtfertigt sich Schettino: Der Costa-Concordia-Kapitän wartet im Theater in Grosseto auf den Beginn seines Gerichtstermins. (2. Dezember 2014)
Der indonesische Steuermann habe seine Befehle auf Englisch nicht verstanden, rechtfertigt sich Schettino: Der Costa-Concordia-Kapitän wartet im Theater in Grosseto auf den Beginn seines Gerichtstermins. (2. Dezember 2014)
Giuseppe Cacace, AFP
Der Prozess gegen Francesco Schettino läuft schon länger. Doch am 2. Dezember 2014 sagte der Angeklagte nun erstmals aus.
Der Prozess gegen Francesco Schettino läuft schon länger. Doch am 2. Dezember 2014 sagte der Angeklagte nun erstmals aus.
AFP
Die nachfolgenden Aufnahmen stammen vom Prozessverlauf im Jahr 2013. Verbrachte die Sommerpause des Prozesses mit Aktenstudium: Francesco Schettino. (23. September 2013)
Die nachfolgenden Aufnahmen stammen vom Prozessverlauf im Jahr 2013. Verbrachte die Sommerpause des Prozesses mit Aktenstudium: Francesco Schettino. (23. September 2013)
Keystone
Geständig: Domnica Cemortan bestätigt, ein Verhältnis mit dem Unglückskapitän gehabt zu haben. (29. Oktober 2013)
Geständig: Domnica Cemortan bestätigt, ein Verhältnis mit dem Unglückskapitän gehabt zu haben. (29. Oktober 2013)
Keystone
Die Verteidigung will beweisen, dass der Kapitän nicht allein für das Unglück mit 32 Toten verantwortlich ist: Schettino im Gespräch mit Opfer-Anwältin Alessandra Guarini. (23. September 2013)
Die Verteidigung will beweisen, dass der Kapitän nicht allein für das Unglück mit 32 Toten verantwortlich ist: Schettino im Gespräch mit Opfer-Anwältin Alessandra Guarini. (23. September 2013)
Keystone
Gutachter sollen klären, welche Rolle Fehler des Steuermanns und mögliche technische Mängel gespielt haben könnten: Einer der Experten, der italienische Admiral Giuseppe Cavo, im Gerichtssaal. (23. September 2013)
Gutachter sollen klären, welche Rolle Fehler des Steuermanns und mögliche technische Mängel gespielt haben könnten: Einer der Experten, der italienische Admiral Giuseppe Cavo, im Gerichtssaal. (23. September 2013)
Keystone
Nach einer gut einwöchigen Unterbrechung wegen eines Streiks der Anwälte in Italien wird der Prozess um die Katastrophe der Costa Concordia fortgesetzt. (17. Juli 2013)
Nach einer gut einwöchigen Unterbrechung wegen eines Streiks der Anwälte in Italien wird der Prozess um die Katastrophe der Costa Concordia fortgesetzt. (17. Juli 2013)
AFP
Unter den Zuschauern im Gerichtssaal befindet sich auch Domnica Cemortan, ...
Unter den Zuschauern im Gerichtssaal befindet sich auch Domnica Cemortan, ...
AFP
...sie war in der Unglücksnacht zusammen mit Schettino an der Bar gesehen worden. (17. Juli 2013)
...sie war in der Unglücksnacht zusammen mit Schettino an der Bar gesehen worden. (17. Juli 2013)
AFP
1 / 15

32 Menschen starben bei der Havarie der Costa Concordia - wohl auch, weil die Evakuierung des Schiffs zu langsam ablief. Die Besatzung der havarierten Costa Concordia habe zunächst das Ausmass der Katastrophe verschwiegen, sagte Fregattenkapitän Gregorio de Falco von der Hafenkommandatur Livorno heute im Prozess gegen Costa-Kapitän Francesco Schettino in Grosseto.

«Während sie uns vom Schiff aus beruhigt haben, hat die Polizei vom Anruf einer Verwandten eines Passagiers berichtet. Erst danach wussten wir, dass die Situation schlimmer ist, aber niemand von der Concordia hatte bis dahin um Hilfe gebeten.»

Entlarvende Tonaufnahmen

Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia war im Januar 2012 vor der italienischen Mittelmeer-Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und havariert. 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord starben.

Schettino muss sich seit Juli unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Ihm wird auch vorgeworfen, die Evakuierung verzögert und das Schiff verlassen zu haben, als noch Passagiere an Bord waren.

Als Schettino von Bord ging, waren nach Angaben de Falcos noch mehrere hundert Menschen auf dem havarierten Kreuzfahrtgiganten. In einem Telefongespräch aus der Unglücksnacht zwischen de Falco und Schettino, das heute im Gericht vorgespielt wurde, antwortete der Kapitän auf die Frage nach den Menschen an Bord des Schiffes: «Ich weiss es nicht, ich bin in einem Rettungsboot, ich glaube maximal etwa zehn Personen sind noch auf der anderen Seite.»

Leck im Rumpf verschwiegen

De Falco hatte nach der Havarie Bekanntheit erlangt und war in Italien zum Helden geworden, weil er Schettino mit deutlichen Worten aufgefordert hatte, auf das Schiff zurückzukehren: «Vada a bordo, cazzo!» («Gehen Sie zurück an Bord, Sie Arsch!»), sagte er in der Aufnahme, die heute ebenfalls abgespielt wurde.

De Falco sagte vor Gericht: «Ich frage mich heute noch, warum Schettino von Bord gegangen ist.» Nach Angaben des Hafenkommandanten hat die Crew der Costa Concordia erst nach mehreren Telefonaten von dem Leck im Rumpf des Schiffs berichtet und das Ausmass des Unglücks zugegeben, so dass Helikopter und andere Boote zur Hilfe geschickt werden konnten. Im ersten Kontakt um kurz nach 22 Uhr in der Unglücksnacht sei zunächst nur von einem Stromausfall die Rede gewesen, sagte de Falco.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch