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Was jetzt, Charlie?

Noch ist Charlie Sheens Karriere zu retten. Es sei denn, er schwenkt auf Totalkonfrontationkurs – wie Mel Gibson.

Der «Torpedo der Wahrheit»: Während seiner Show am 8. April in New York ...
Der «Torpedo der Wahrheit»: Während seiner Show am 8. April in New York ...
Keystone
... schien Sheen seine Fans zu begeistern.
... schien Sheen seine Fans zu begeistern.
Keystone
Im März 2010 musste er sich dafür vor Gericht verantworten.
Im März 2010 musste er sich dafür vor Gericht verantworten.
Keystone
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Seit 2003 spielt Charlie Sheen in «Mein cooler Onkel Charlie» einen missmutigen, trinkenden Womanizer. Dass der echte Charlie noch viel wilder lebt als der Film-Charlie, gehörte ursprünglich wohl zum Konzept. Inzwischen ist die Sache aber aus dem Ruder gelaufen. Im Vergleich zum richtigen Charlie ist der Film-Charlie ein Schluck Wasser. Nach Interviews, in denen Sheen seine Vorliebe für Crack und Pornodarstellerinnen bekräftigte und seinen Boss beleidigte, wurde «Mein cooler Onkel Charlie» nun eingestellt. Auch Sheens Kinder wurden ihm vorgestern weggenommen. «Sagt nicht ‹Lebewohl›, sagt einfach ‹Bis später›», rief er den Zwillingen hinterher.

Ist Sheen noch bei Trost? Amerikanische Psychiater unterstellen ihm per Ferndiagnose eine manische Phase. Freunde befürchten eine Überdosis. Sein Onkel wiederum sagt: «Charlie ist auf einer Reise.» Das klingt, als ob er irgendwann wieder heimkehrt, als ob er eine schwierige Phase durchmacht. Ist das so? Was sind Sheens Zukunftsaussichten? Im klassischen Hollywood-Drehbuch gibt es den sogenannten «Grow-or-Die-Moment» («Sich-verändern-oder-sterben-Moment»).

Hier die Karriere-Optionen, die Sheen sonst noch hat – abgehandelt an anderen Stars, die sich einst am selben Punkt befanden:

Radikale Umkehr – wie Robert Downey Jr.: In den 90ern bestimmten Drogen, Entzug, Gewalt und Gefängnis Downeys Leben. Einst als Nachwuchshoffnung Hollywoods gefeiert (etwa als Chaplin), stand Downey vor dem Aus. Seit 2003 ist der Schauspieler clean. Nach eigenen Angaben halfen ihm die Liebe zu seiner Ehefrau Susan Levin und ein gewisses Mass an Arbeit über seine Sucht hinweg. Inzwischen ist Downey wieder in der A-Liga der Hollywoodschauspieler aktiv.

Masshalten – wie Keith Richards: Der Stones-Gitarrist forderte mit seinem exzessiven Drogenkonsum ebenfalls das Schicksal heraus. Zwar trinkt er heute immer noch, nimmt aber keine harten Drogen mehr. Inzwischen ist er eine lebende Legende, die dem Tod immer wieder von der Schippe sprang. Dazu passt Sheens kürzliche Aussage über seinen Drogenkonsum: «Ich bin zu schlau zum Sterben.»

Heimlich weitermachen – wie Amy Winehouse: Machen wir uns nichts vor: Die englische Sängerin säuft und spritzt wie eh und je. Allerdings tut sie das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zum Beispiel in der Karibik, wo sie sich längere Zeit zurückgezogen hat. Ein Comeback liegt so durchaus drin.

Öffentlich weitermachen – wie Lindsay Lohan: Auch die US-Schauspielerin galt einst als grosses Jungtalent. Inzwischen scheint sie zur Freude der Medien in einer Ewigschlaufe aus Gerichtsverfahren und Abstürzen gefangen. Mehr als unbedeutende Nebenrollen springen für Sheens Zukunft bei dieser Option nicht heraus.

Jetzt erst recht – wie Mel Gibson: Nach erneuten Gewaltausbrüchen und verbalen Entgleisungen hat sich Gibson letztes Jahr definitiv auf Hollywoods Abstellgleis manövriert. Zwar darf man sich in der Traumfabrik als Star fast alles erlauben, Rassismus und Antisemitismus sind jedoch tabu. Sheen schlitterte an Letzterem nur ganz knapp vorbei, als er seinen Boss Chuck Lorre bei dessen eigentlichem Namen Chaim Levine nannte. Wenn er, wie Gibson, auf Frontalkollision mit Hollywood geht, dürften seine Chancen für ein Comeback minim sein.

Jetzt erst recht II – wie River Phoenix: Der Bruder von Joaquin Phoenix schlug die Warnungen seiner Freunde in den Wind – und starb in einem Nachtclub an einem Drogencocktail.

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