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Ein Apfel für den neuen Mister Schweiz

Dank Muckis, Sympathie und einer richtigen Antwort ist der Thurgauer Luca Ruch Mister Schweiz 2011 geworden. Die beiden Kandidaten aus den Kantonen Bern und Solothurn blieben chancenlos.

Luca Ruch (21), Wirtschaftsstudent aus Frauenfeld, ist «offen, kommunikativ» und hat es «stets lustig mit den Leuten». Seit zweieinhalb Jahren lebt er in einer «schönen, harmonischen Beziehung» mit Daniela. Bestenfalls bleibt das so bis er 80 Jahre alt ist und rückblickend sagen kann, dass er «alles gemacht hat, was ich machen wollte». Auf Grund dieser Informationen, seines Dauerlächelns und solider Ergebnisse in Geschicklichkeits- und Wissenstests, wählten Jury und Publikum Luca Ruch zum Mister Schweiz 2011. Wenn sie denn auch bis zum Ende der Sendung durchhielten. Dabei haben sich die Mister-Macher die grösste Mühe gegeben, das Steuer herumzureissen. Als Reaktion auf den Sendeverzicht der Tessiner und Westschweizer Sender TSI und TSR hat das Schweizer Fernsehen in diesem Jahr seine Monopolmuskeln gestählt – und die «härteste Mister Schweiz Wahl aller Zeiten» angekündigt. Moderatorin und Ex-Miss Schweiz Tanja Gutmann wurde des verbalen Bogenspannens nicht müde: «Unsere Misterkandidaten werden beweisen, dass sie nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas im Kopf haben», sagte sie wiederholt. Ihrem Moderationskollegen Sven Epiney hatte das Werben für die «spannendste und herausforderndste » Mister-Wahl offenbar schon in der Hauptprobe die Stimmbänder zerkratzt. Zumindest stieg er schon heiser in den Moderationsmarathon ein.

Spannung gesucht

Leider musste das Publikum vergeblich auf Härte und Spannung warten. Denn abgesehen von den Einspielern, in denen die Kandidaten bei sengender Hitze durch die Wüste rannten oder zu Fuss 63 Stockwerke eines Dubaier Wolkenkratzers erklimmen mussten, blieb die Mister Schweiz Wahl ihrem Weichspüler-Image treu. So war schon top, wer zwanzig Klimmzüge schaffte oder möglichst schnell einen Nagel in eine Holzbrett rammen konnte. So richtig ins Schwitzen gerieten die Schönlinge erst beim abschliessenden Wissensquiz. Vor der Szenerie einer Schulstube hatten die vier Finalisten Luca Ruch, Michel de Carolis, Dominique Capraro und Friendship-Ticket-Gewinner Pascal Breitenstein insgesamt vier Fragen zu beantworten.

Ein Punkt im Blödeltest

Nur der spätere Mister Luca Ruch brachte es zu einer richtigen Antwort, wofür er mit einem Apfel belohnt wurde. Ansonsten artete der Test viel mehr in eine ratlose Blödelei aus. Sven Epiney: «Streichen Sie sich diese Runde aus dem Gedächtnis und denken Sie beim Wählen Ihres Favoriten nur an dessen Schönheit.»

Die Mister Schweiz-Wahl 2011 hat sich also einmal mehr als Endlosschleife der Langeweile entpuppt. Ein Härtetest ist eine solche Veranstaltung höchstens für die Moderatoren, die sich in diesem Fall trotz Heiserkeit und sichtbarem Zwangsoptimismus meisterlich gehalten haben.

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