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«Dumme Sau» – Ex-Boxer Scacchia blitzt mit Rekurs ab

Das Berner Obergericht hat eine erstinstanzliche Strafe gegen den ehemaligen Berner Profiboxer Enrico Scacchia bestätigt. Dieser hatte die Berner Regierungsstatthalterin beschimpft.

Scaccia hatte Faxschreiben an Regierungsstatthalterin Regula Mader verschickt, in denen er sie eine «dumme Sau» und Ähnliches nannte. Er beschuldigte Mader des krassen Amtsmissbrauchs und warf ihr illegale Machenschaften und anderes vor. Zudem kam es auch zu Tätlichkeiten.

Der heute 45-Jährige stritt die Vorfälle nie ab. Er rechtfertigte sie aber damit, dass ihm seiner Meinung nach von Mader grosses Unrecht widerfahren sei. «Ist es wirklich eine Beleidigung, eine Person so zu nennen, wenn sie sich aufführt wie Mader?», fragte er.

Schuldig gesprochen

Das Obergericht bejahte diese Frage klar und sprach den italienisch-schweizerischen Doppelbürger der üblen Nachrede, Beschimpfung und Tätlichkeit schuldig.

Das Urteil der Vorinstanz wurde vollumfänglich bestätigt. Darin war Scacchia zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 50 Franken und einer Busse von 300 Franken verurteilt worden.

Auf die vor Obergericht wiederholten Vorwürfe Scacchias, Mader betreibe krassen Amtsmissbrauch und kassiere beispielsweise Gelder von psychiatrischen Kliniken für die Zwangseinweisung von Patienten, ging das Obergericht nicht ein.

Dies sei nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, erklärte die Vorsitzende der Strafkammer. Wenn Scacchia Maders Amtsführung anzweifle, müsse er Aufsichtsbeschwerde beim Regierungsrat führen.

Nach dem Verlesen des Urteilsspruchs verliess Scacchia den Gerichtssaal, ohne sich die Begründung anzuhören.

Der Streit mit Regierungsstatthalterin Mader geht darauf zurück, dass sie Scacchia vor rund sechs Jahren per Fürsorgerischen Freiheitsentzug in eine psychiatrische Klink einweisen liess. Später wurde ihm von Mader auch das Besuchsrecht für seine beiden Kinder entzogen.

Box-Ikone der Achtzigerjahre

Scacchia war in den Achtzigerjahren war einer der erfolgreichsten und populärsten Schweizer Boxer. Als ihm der Boxverband aus gesundheitlichen Gründen die Profilizenz verweigerte, beschimpfte und verunglimpfte er den Verbandsverantwortlichen.

Ein seinerzeitiges ärztliches Gutachten attestierte Scacchia eine organische, durch das Boxen bedingte Erkrankung des Gehirns. Der Boxer kämpfte vor Gericht vergeblich für eine neue Lizenz und gegen das «faktische Berufsverbot», das man gegen ihn verhängt habe.

(SDA)

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