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Der Todesfall, von dem niemand hätte erfahren sollen

Der Tod von Rudolf Friedrich hätte eigentlich erst am Donnerstag vermeldet werden sollen. Bei der Zeitung «Der Landbote» spricht man von einem kommunikativen GAU.

Zwei Jahre Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements: Alt-Bundesrat Rudolf Friedrich meldet sich während der Frühlingssession im März 1984 zu Wort.
Zwei Jahre Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements: Alt-Bundesrat Rudolf Friedrich meldet sich während der Frühlingssession im März 1984 zu Wort.
Keystone
In Anwesenheit der Departementsmitarbeiter übergibt Bundesrat Kurt Furgler, im Zentrum rechts, im Januar 1983 zusammen mit den Departementsmitarbeitern dem frisch gewählten Bundesrat Rudolf Friedrich, im Zentrum links, im Bundeshaus zu Bern das Eidgenoessische Justiz und Polizeidepartement
In Anwesenheit der Departementsmitarbeiter übergibt Bundesrat Kurt Furgler, im Zentrum rechts, im Januar 1983 zusammen mit den Departementsmitarbeitern dem frisch gewählten Bundesrat Rudolf Friedrich, im Zentrum links, im Bundeshaus zu Bern das Eidgenoessische Justiz und Polizeidepartement
Keystone
Lange galt er als das Feindbild der Linken: Friedrich auf einem Bild aus dem Jahr 1979.
Lange galt er als das Feindbild der Linken: Friedrich auf einem Bild aus dem Jahr 1979.
Keystone
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Alt-Bundesrat Rudolf Friedrich ist seit letztem Dienstag tot. Ginge es nach seiner Familie, hätte die Öffentlichkeit erst am kommenden Donnerstag davon erfahren sollen. Die Angehörigen wollten warten, bis die Beerdigung vorüber ist. So lautete offenbar auch der letzte Wille des FDP-Politikers.

Das Schweizer Radio und Fernsehen – SRF vermeldete den Todesfall jedoch bereits gestern Abend. Als Informationsquelle diente SRF der «Landbote». Merkwürdig erscheint, dass die Winterthurer Tageszeitung den Todesfall zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vermeldet hatte – weder auf der Webseite noch auf Papier. Beim «Landboten» zeigt man sich entsprechend ratlos: «Wir hatten der Familie zugesichert, dass wir mit der Berichterstattung warten. Das ist ein GAU», sagt Chefredaktorin Colette Gradwohl gegenüber Redaktion Tamedia.

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