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Breivik entschuldigt sich bei «unschuldigen» Opfern

Anflug von Empathie beim norwegischen Attentäter: Anders Behring Breivik sprach erstmals eine Entschuldigung aus. Allerdings bezog er seine Aussage auf einen sehr engen Personenkreis.

Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat sich bei einigen seiner Meinung nach unschuldigen Opfer entschuldigt. Einige der Verletzten oder Toten im Osloer Regierungsviertel hätten keine Verbindung zur Politik und den Ministerien gehabt.

Diese Personen seien nicht das eigentliche Ziel gewesen, sagte Breivik am Montag zum Auftakt der zweiten Woche des Prozesses. «An alle diese möchte ich eine grosse Entschuldigung richten.»

Es war« grausam, aber notwendig»

Als die Staatsanwaltschaft nachfragte, ob er die Entschuldigung auch auf die Toten in den Regierungsgebäuden in Oslo und auf der Fjordinsel Utöya beziehe, verneinte der 33-jährige Angeklagte. Diese Taten seien «grausam, aber notwendig» gewesen, wiederholte er eine frühere Formulierung.

Zuvor hatte Breivik betont, seine jugendlichen Opfer auf Utöya seien alles andere als unschuldig, sondern politische Aktivisten gewesen.

Das Leid, das er den Familien seiner Opfer zufügte, verglich Breivik mit seiner eigenen Situation. Auch er habe nach den Anschlägen vom 22. Juli den Kontakt zu Freunden und Familie verloren. «Der einzige Unterschied war, dass ich es mir so ausgesucht habe», erklärte er.

77 Menschen getötet

Bei den Anschlägen am 22. Juli 2011 hatte Breivik im Regierungsviertel von Oslo und auf Utöya insgesamt 77 Menschen getötet. Auf der Fjordinsel erschoss der Rechtsextremist 69 meist jugendliche Teilnehmer eines Jugendlagers der regierenden Arbeiterpartei. In der vergangenen Woche hatte Breivik ausgesagt, er habe eigentlich alle 569 Teilnehmer des Jugendlagers töten wollen.

Der Prozess in Oslo ist auf zehn Wochen angesetzt. Die Befragung des Angeklagten dürfte am Montag beendet werden, ab Dienstag will sich das Gericht eingehender mit dem Bombenanschlag auf das Osloer Regierungsviertel befassen.

Der Geisteszustand des Attentäters, der sich als Verteidiger des norwegischen Volkes im Kampf gegen den Islam sieht, ist unter Experten umstritten.

SDA/mrs

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