Kalifornier sparen die letzten Tropfen

Der Notstand ist ausgerufen: Kalifornien schränkt seinen Wasserverbrauch wegen einer extremen Dürre drastisch ein – zum ersten Mal in der Geschichte.

Wasserverschwendung soll teuer werden: Ein Mann wäscht sein Auto im kalifornischen Alhambra (1. April 2014).

Wasserverschwendung soll teuer werden: Ein Mann wäscht sein Auto im kalifornischen Alhambra (1. April 2014).

(Bild: AFP)

Erstmals in seiner Geschichte hat der Bundesstaat Kalifornien angesichts extremer Dürre Vorschriften zum Wasserverbrauch angekündigt. Gouverneur Jerry Brown habe verpflichtende Regeln ausarbeiten lassen, mit denen der Wasserverbrauch um 25 Prozent gesenkt werden solle, erklärte ein Sprecher.

Brown sprach von einer «historischen Trockenperiode». Bei einer Pressekonferenz auf einem ausgedorrten Hang der zu dieser Jahreszeit eigentlich schneebedeckten Sierra Nevada sagte er: «Heute stehen wir auf verdorrtem Gras, wo 1,5 Meter Schnee liegen sollten.» Da kein Ende der Trockenheit in Sicht sei, sei Kalifornien zu «noch nie da gewesenen Massnahmen» gezwungen.

Dürre statt Schnee: Gouverneur Jerry Brown kündigt die Massnahmen an. (Keystone; 2. April 2015)

Die geplanten Massnahmen zielen darauf, den Wasserverbrauch um bis zu ein Viertel zu verringern. Unter anderem sollen in Grünanlagen der Städte insgesamt 4,6 Millionen Quadratmeter Rasenflächen durch anspruchslosere Pflanzen wie Kakteen, Agaven und Sukkulenten ersetzt werden. Mit einem Förderprogramm sollen veraltete Anlagen zur Wasser- und Stromversorgung durch Sparmodelle ersetzt werden.

Universitäten, Golfplätze, Friedhöfe und andere Einrichtungen mit grossen Rasenflächen sollen zum sparsameren Bewässern angehalten werden. Darüber hinaus sollen Wasserversorger ihr Tarifsystem so ändern, dass Wasserverschwendung für die Konsumenten teuer wird.

Notstand ausgerufen

Die Kalifornier müssten «in jeder erdenklichen Weise Wasser sparen», sagte Brown, der bereits den Notstand ausgerufen hatte. Der Bundesstaat leidet seit mehreren Jahren unter Trockenheit.

Ebbe ohne Einfluss der Gezeiten: Boote liegen im Oroville-See in Kalifornien. (AP Photo/Rich Pedroncelli; 2014)

Der Leiter der Behörde für Wasserversorgung in Bundesstaat Kalifornien, Mark Cowin, sagte, die diesjährige Schneeschmelze werde praktisch keinen Tropfen Wasser in die Reservoirs spülen.

Ein Sprecher seiner Behörde sagte, in den Bergen der Sierra Nevada, wo seit 1941 üblicherweise zu dieser Jahreszeit durchschnittlich mehr als anderthalb Meter Schnee gemessen worden seien, gebe es so gut wie keinen Schnee. «Ich war an diesem Wochenende dort oben und habe keine einzige Schneeflocke gesehen», sagte der Sprecher.

spu/sda

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