GPS-Fussfesseln lassen auf sich warten

Der Pilotversuch, GPS-Fussfesseln im Strafvollzug einzusetzen, hätte bereits letzten Herbst starten sollen: Nun verzögert sich das Projekt erneut – denn die Fesseln haben in Tunneln keinen Empfang.

Elektronischer Gefängniswärter: Ein Mann mit einer GPS-Fussfessel arbeitet im Garten. (Archivbild)

Elektronischer Gefängniswärter: Ein Mann mit einer GPS-Fussfessel arbeitet im Garten. (Archivbild)

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Der Einsatz von GPS-Fussfesseln im Strafvollzug gestaltet sich schwieriger als gedacht: Im Kanton Zürich verzögert sich der Start des Pilotversuch mit jugendlichen Straftätern erneut.

Der Pilotversuch sei noch nicht gestartet, sagte Rebecca de Silva, Sprecherin des Amtes für Strafvollzug. Die Aufbauphase des technischen Gesamtsystems dauere noch an. Erst wenn diese abgeschlossen sei, werde mit dem Pilotversuch gestartet. Ein konkreter Termin für den Start des Pilotversuchs steht laut Silva noch nicht fest.

Ursprünglich hatte der Kanton Zürich im Oktober 2014 als erster Kanton einen Test mit GPS-Fussfesseln starten wollen. Geplant war ein fünfjähriger Pilotversuch mit jugendlichen Straftätern des Massnahmenzentrums Uitikon. Später wurde der Start auf März 2015 verschoben.

Die Komplexität der neuen Technik habe sich als grösser herausgestellt als erwartet, begründete das Amt für Strafvollzug damals die Verzögerung. Zuerst wolle man in einem Selbstversuch Schwächen im Umgang mit dem Electronic Monitoring erkennen und ausmerzen.

Westschweiz und Tessin verzichten auf GPS-Fussfesseln

Als Knacknuss könnten sich etwa Tunnels und öffentliche Verkehrsmittel erweisen, weil dort häufig kein Empfang besteht. Zudem sollen die Selbstversuche Aufschluss geben, ob die Geräte allenfalls manipuliert werden können.

Ebenfalls aus technischen Gründen haben die Westschweiz und das Tessin ihr Projekt mit GPS-Fussfesseln auf Eis gelegt. Die Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren der lateinischen Schweiz entschied, die Ausschreibung zum Kauf von insgesamt 250 GPS-Fussfesseln zu stoppen, wie sie mitteilte.

Die Erwartungen, die Behörden und die Bevölkerung an GPS-Fussfesseln stellten, könnten mit dem aktuellen Stand der Technik nicht vollständig erfüllt werden. Es seien verschiedene Produkte getestet worden, doch keines habe die Anforderungen vollständig erfüllt.

pst/sda

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