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«Das Angebot ist zu schwach»Organisationen fordern mehr zweisprachigen Unterricht in Bern

Das Forum für Zweisprachigkeit in Biel und der Verein «Bernbilingue» in Bern wollen, dass die Zweisprachigkeit in den Schulen des Kantons besser gefördert wird.

Die beiden Organisationen finden, dass sich der Kanton Bern zu wenig für zweisprachigen Unterricht an den Schulen einsetzt. (Symbolbild)
Die beiden Organisationen finden, dass sich der Kanton Bern zu wenig für zweisprachigen Unterricht an den Schulen einsetzt. (Symbolbild)
Foto: Knichel Gwenaël

Für das Forum für die Zweisprachigkeit in Biel und den Verein «Bernbilingue» in Bern tut der Kanton Bern noch nicht genug für die Zweisprachigkeit in den Schulen. Für die beiden Organisationen sollte die Zweisprachigkeit auf allen Schulstufen und in allen Regionen präsent sein.

Wie Vertreter am Dienstag an einer virtuellen Medienkonferenz bekanntgaben, finden die beiden Organisationen, es brauche eine kantonale Strategie zur «Demokratisierung» der Zweisprachigkeit. Ausserhalb der zweisprachigen Stadt Biel sei das Angebot zu schwach. Dabei sei die Nachfrage nach zweisprachigen Bildungsgängen gross.

Besonders im vorschulischen Bereich und auf dem Niveau der Sekundarstufe II gebe es einen Aufschwung. Wenig Angebote gebe es hingegen in der obligatorischen Schule, obwohl es in Biel und auch in der Stadt Bern Vorbilder gebe.

Die beiden Organisationen empfehlen den Schulbehörden, sich für die Förderung der Zweisprachigkeit in der obligatorischen Schule ein Beispiel zu nehmen am Kanton Neuenburg. Dieser verfüge mit dem Deutsch-Immersionsunterricht mit dem Titel «Prima» über ein interessantes Projekt.

Inventar erstellt

Ihre Forderungen stützen die beiden Organisationen auf eine Untersuchung des Genfer Linguistik-Professors Daniel Elmiger. Er hat im Auftrag der beiden Organisationen ein Inventar des zweisprachigen Unterrichts im Kanton Bern erstellt.

Nach Angaben der beiden Organisationen handelt es sich um die schweizweit erste Erhebung über den zweisprachigen Unterricht auf allen Schulstufen.

Dieses Inventar ergab im Kanton Bern eine «begrüssenswerte Sprachenvielfalt» im zweisprachigen Unterricht auf allen Schulstufen, so die beiden Organisationen. Die Landessprachen kommen gut weg: 57 Prozent der zweisprachigen Lehrgänge entfallen auf die Sprachen Deutsch-Französisch, 33 Prozent auf die Sprachen Deutsch-Englisch.

Sieben Prozent der Lehrgänge betreffen die Sprachen Deutsch-Italienisch, ein Prozent Französisch-Englisch und ein Prozent Französisch-Englisch-Deutsch.

chh/sda