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Opfer von Gewaltdelikten leiden noch immer

Das Komitee der Initiative «Für eine sichere Stadt Bern» hat Opfer und Angehörige von Gewalttaten zu Wort kommen lassen.

Fordern mehr Sicherheit: Peter Bernasconi (SVP), Geschäftsfrau Pia Remund, Gewaltopfer Regula Hofmann, Philippe Müller (FDP), Edith Leibundgut (CVP), Hans Ulrich Bratschi (Bruder des invaliden Postgasse-Opfers) und Claudia Meier (BDP).
Fordern mehr Sicherheit: Peter Bernasconi (SVP), Geschäftsfrau Pia Remund, Gewaltopfer Regula Hofmann, Philippe Müller (FDP), Edith Leibundgut (CVP), Hans Ulrich Bratschi (Bruder des invaliden Postgasse-Opfers) und Claudia Meier (BDP).
Stefan Anderegg

Zur gestrigen Lancierung des Abstimmungskampfes hat das Komitee «Für eine sichere Stadt Bern» direkt Betroffene von Gewalttaten eingeladen.

So Pia Remund, die seit 16 Jahren an der Länggasse Inhaberin des Kioskes Tabakdose ist. Ihr Laden wurde in den letzten 18 Monaten zweimal überfallen. «Meine beiden betroffenen Angestellten sind noch heute traumatisiert», sagte sie. Sie sei hässig, weil die Räuber einen enormen psychischen Druck bei ihren Angestellten hinterlassen hätten. «Das sind bleibende Schocks.» Die Stadt müsse gegen solche Gewalt etwas unternehmen und mehr Polizisten zum Schutz der Bevölkerung einsetzen.

Jetzt will Pia Remund in ihrem Geschäft auf eigene Rechnung Sicherheitsvorkehrungen in Höhe von 12000 Franken treffen. «Weil mir das Leben meiner Angestellten wichtig ist, lasse ich eine schusssichere Glaswand vor dem Tresen aufbauen», gab sie bekannt.

Mit Stuhlbein geschlagen

Auch Regula Hofmann, Wirtin vom Postgasse-Café, die im letzten Sommer auf dem Heimweg in die Kramgasse niedergeschlagen worden war, schilderte den Gewaltakt und wie es ihr heute gehe: «Männer griffen mich um 23 Uhr unter den Lauben der Postgasse von hinten an und schlugen mit einem mit Nägeln beschlagenen Stuhlbein gegen meinen Kopf.» Und: «Obwohl meine Kopfwunde noch immer nicht ganz ausgeheilt ist, bin ich froh, dass ich nicht schwerere Verletzungen davongetragen habe», sagte sie.

Immer noch schreckhaft

Seit diesem Vorfall sei sie sehr schreckhaft, wenn ihr unter den Lauben eine Person zu nahe komme. Hofmann ist überzeugt: «Die drei jungen Täter haben mich nicht gekannt, die haben mich einfach zufällig ausgewählt.» Deshalb forderte sie mehr Polizeipatrouillen, die zu Fuss unterwegs sind.

Hans Ulrich Bratschi, der Bruder des Lehrers, der im Jahr 2003 in der Postgasse von Jugendlichen überfallen und schwer verletzt worden war, kam gestern auch zur Medienkonferenz: «Mein Bruder wurde halb tot geschlagen», erzählte er. Er habe bleibende Schäden, sei invalid – er könne deshalb seinen Beruf nie mehr aufnehmen, sagt er.

Seither seien 7 Jahre vergangen – «und nichts ist passiert», sagte der Arzt. «Statt, dass die Stadt etwas gegen die Gewalt unternommen hat, wurden in den Gassen Poller aufgestellt.» Er empfehle, die Initiative anzunehmen, weil die Stadtregierung einen ungenügenden Gegenvorschlag gemacht habe, um die Initiative zu torpedieren.

Jürg Spori Prominentes Unterstützungskomitee: Ständerat Werner Luginbühl (BDP), die Regierungsräte Christoph Neuhaus (SVP) und Urs Gasche (BDP), die Berner Gemeinderätin Barbara Hayoz, diverse Nationalräte wie Norbert Hochreutener (CVP) und Christian Wasserfallen (FDP), alt Regierungsrätin Elisabeth Zölch (BDP), alt Gemeinderätin Ursula Begert (BDP), Burgergemeindepräsident Franz von Graffenried und viele mehr.

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