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Amerikanerinnen unterbieten DDR-Weltrekord

Die amerikanische Sprint-Frauenstaffel sorgt für den zweiten Weltrekord in der Leichtathletik an den Olympischen Spielen in London. Meseret Defar gewinnt über 5000 Meter.

Pulverisieren den alten Weltrekord: Die US-Staffel um Schlussläuferin Carmelita Jeter.
Pulverisieren den alten Weltrekord: Die US-Staffel um Schlussläuferin Carmelita Jeter.
Keystone
Überraschung bei 4x400 Meter: Die Amerikaner um Schlussläufer Angelo Tayler (r.) unterliegen im Schlussspurt der Staffel von den Bahamas um Reamon Miller.
Überraschung bei 4x400 Meter: Die Amerikaner um Schlussläufer Angelo Tayler (r.) unterliegen im Schlussspurt der Staffel von den Bahamas um Reamon Miller.
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Warf den Hammer am weitesten: Die Russin Tatjana Lysenko gewinnt Gold.
Warf den Hammer am weitesten: Die Russin Tatjana Lysenko gewinnt Gold.
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Tianna Madison, Allyson Felix, Bianca Knight und Carmelita Jeter unterboten mit 40,82 Sekunden den 27-jährigen Weltrekord der DDR gleich um 55 Hundertstel. Die zweitklassierten Jamaikanerinnen erzielten mit 41,41 Sekunden einen Landesrekord. Bronze sicherte sich die Ukraine. Für Felix war es der zweite Olympiasieg, nachdem sie bereits über 200 Meter triumphiert hatte. Jeter, Zweite über 100 und Dritte über 200 Meter, ist nun im Besitz eines ganzen Medaillensatzes. Vor den Amerikanerinnen, die erstmals seit 1996 und zum zehnten Mal insgesamt Olympia-Gold über 4x100 Meter geholt haben, hatte bereits der Kenianer David Rudisha über 800 Meter einen Weltrekord aufgestellt.

Defar gewinnt über 5000 Meter

Defar, 2008 in Peking Bronzemedaillengewinnerin, war auf der letzten Runde, die in etwas mehr als 60 Sekunden absolviert wurde, deutlich die stärkste und siegte in 15:04,25. Sie verwies die kenianische Weltmeisterin Vivian Cheruiyot um 48 Hundertstel auf Rang 2. Tirunesh Dibaba (15:05,15) musste sich mit Platz 3 begnügen und verpasste damit das Double 5000/10'000 Meter, das ihr vor vier Jahren gelungen war. Zudem vergab sie die Möglichkeit, als erste Frau vier Einzel-Goldmedaillen in der Leichtathletik zu gewinnen.

Türkischer Doppelsieg über 1500 Meter

Die lange Zeit in der Schweiz wohnhafte und nun für Bahrein startende gebürtige Äthiopierin Maryam Yusuf Jamal sicherte sich über 1500 Meter die Bronzemedaille. Die Weltmeisterin von 2007 und 2009 bekundete auch etwas Glück, dass die am Ende fünftklassierte Äthiopierin Abeba Aregawi kurz vor dem Ziel stolperte - ansonsten hätte es wohl nicht fürs Podest gereicht. Gold sicherte sich die türkische Europameisterin Asli Cakir Alptekin vor ihrer Landsfrau Gamze Bulut.

Massband verhilft Heidler zur Bronzemedaille

Das Hammerwerfen der Frauen, das erst zum vierten Mal zum olympischen Programm gehörte, entschied Tatjana Lysenko für sich. Die russische Weltmeisterin und ehemalige Dopingsünderin siegte mit 78,18 vor der Polin Anita Wlodarczyk (77,60), der Weltmeisterin von 2009. Nachträglich Dritte wurde die deutsche Weltrekordhalterin Betty Heidler (77,13) – deren fünfter Versuch hatte mit einem Massband nachgemessen werden müssen.

Bahamas schlägt die USA

Eine Überraschung setzte es im 4x400-Meter-Wettkampf der Männer ab. Seit 1984 hiess der Sieger immer USA. Diesmal musste sich das US-Quartett den Bahamas geschlagen geben - der Inselstaat im Atlantik triumphierte erstmals in dieser Disziplin. Rang 3 belegte Trinidad und Tobago. Das Scheitern der Amerikaner kam allerdings nicht aus heiterem Himmel, hatte doch über 400 Meter keiner den Final erreicht.

Stabhochsprung-Gold an Frankreich

Renaud Lavillenie, der französische Stabhochspringer, verfolgte die Olympischen Spiele 2008 in Peking noch zu Hause am Fernsehen. In London startete er bereits als Favorit – und wurde dieser Rolle gerecht. Als Einziger überquerte er die Jahres-Weltbesthöhe von 5,97 Metern, mit der er vor sechs Wochen in Helsinki den EM-Titel geholt hatte. Silber und Bronze ging an die Deutschen Björn Otto, den EM-Zweiten 2012, und Raphael Holzdeppe mit jeweils 5,91, was für Holzdeppe persönliche Besthöhe bedeutete.

Die Finals vom Freitag

Männer. Stab: 1. Renaud Lavillenie (Fr) 5,97. 2. Björn Otto (De) 5,91. 3. Raphael Holdzdeppe (De) 5,91.4. Dmitri Starodubtsew (Russ) 5,75. 5. Ewgeni Lukjanenko (Russ) und Steven Lewis (Gb) je 5,75. 7. Konstandinos Filippidis (Grie) 5,65. 8. Jan Kudlicka (Tsch) 5,65.

4x400 m: 1. Bahamas (Chris Brown, Demetrius Pinder, Michael Mathieu, Ramon Miller) 2:56,72 (JWB). 2. USA (Bryshon Nellum, Joshua Mance, Tony McQuay, Angelo Taylor) 2:57,05. 3. Trinidad and Tobago (Lalonde Gordon, Jarrin Salomon, Ade Alleyne-Forte, Deon Lendore) 2:59,40. 4. Grossbritannien 2:59,53. 5. Russland 3:00,09. 6. Belgien 3:01,83. 7. Venezuela 3:02,18. 8. Südafrika 3:03,46.

Frauen. 1500 m: 1. Asli Cakir Alptekin (Tür) 4:10,23. 2. Gamze Bulut (Tür) 4:10,40. 3. Maryam Yusuf Jamal (Bahrain) 4:10,74. 4. Tatjana Tomaschowa (Russ) 4:10,90. 5. Abeba Aregawi (Äth) 4:11,03. 6. Shannon Rowbury (USA) 4:11,26. 7. Natalia Kareiwa (WRuss) 4:11,58. 8. Lucia Klocova (Slk) 4:12,64.

5000 m: 1. Meseret Defar (Äth) 15:04,25. 2. Vivian Jepkemoi Cheruiyot (Ken) 15:04,73. 3. Tirunesh Dibaba (Äth) 15:05,15. 4. Sally Jepkosgei Kipyego (Ken) 15:05,79. 5. Gelete Burka (Äth) 15:10,66. 6. Viola Jelagat Kibiwot (Ken) 15:11,59. 7. Joanne Pavey (Gb) 15:12,72. 8. Julia Bleasdale (Gb) 15:14,55.

Hammer: 1. Tatjana Lysenko (Russ) 78,18. 2. Anita Wlodarczyk (Pol) 77,60. 3. Zhang Wenxiu (China) 76,34. 4. Kathrin Klaas (De) 76,05. 5. Yipsi Moreno (Kuba) 74,60. 6. Aksana Miankowa (WRuss) 74,40. 7. Zalina Margiewa (Mold) 74,06. 8. Betty Heidler (De) 73,90.

4x100 m: 1. USA (Tianna Madison, Allyson Felix, Bianca Knight, Carmelita Jeter) 40,82 (Weltrekord, bisher DDR 41,37/1985). 2. Jamaika (Shelly-Ann Fraser-Pryce, Sherone Simpson, Veronica Campbell-Brown, Kerron Stewart) 41,41. 3. Ukraine (Olesja Pow, Christina Stuj, Maria Rjemjen, Elisaweta Bryschgina) 42,04. 4. Nigeria 42,64. 5. Deutschland 42,67. 6. Holland 42,70. 7. Brasilien 42,91. Ausgeschieden: Trinidad.

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