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BSV-Handballer Pedro SpinolaNur in Bern ist Schluss

Pedro Spinola will auch mit 37 seine Karriere noch nicht beenden. Der Portugiese will in Bern zum Abschied ein erfolgreiches Playoff bestreiten.

Pedro Spinola spielt nur noch für kurze Zeit in Bern.
Pedro Spinola spielt nur noch für kurze Zeit in Bern.
Foto: Andreas Blatter

Am 22. November 2018 schien es, als könnte Pedro Spinolas Handballkarriere zu Ende gegangen sein. Der damals 35-jährige Profisportler knickte im Spiel zwischen dem BSV Bern und St.Otmar St.Gallen ohne gegnerische Einwirkung um und riss sich die rechte Achillessehne. Als ihm der Arzt nach der Operation sagte, dass es möglich ist, aufs Feld zurückkehren, verflogen die Gedanken an einen Rücktritt gleich wieder. Spinola spielt wieder für die Berner, war im Oktober 2019 sogar früher als geplant wieder im Einsatz. Und liebt es nach wie vor, Handball zu spielen. «Ich kann mir noch nicht vorstellen, Schluss zu machen», sagt er. Seit Dezember fühle er sich wieder bei 100 Prozent Leistungsfähigkeit. Für den BSV wird er jedoch nur noch bis zum Ende der laufenden Saison spielen. Sein auslaufender Vertrag wird vom Verein nicht verlängert.

Verjüngung im Rückraum

Dies geschieht nicht, weil Spinola im Team oder im Club in Ungnade gefallen ist. Der Portugiese ist mit seiner umgänglichen Art menschlich beim BSV hoch angesehen, auch sportlich setzt er mit cleveren Aktionen aus dem Rückraum immer wieder Akzente. Auch während seiner langen Verletzungspause liessen die Verantwortlichen Spinola nicht fallen. Im letzten Frühling wurde er für ein weiteres Jahr engagiert, obwohl nicht absehbar war, dass er so kurz nach Saisonbeginn wieder einsatzfähig sein würde. Ähnlich wie beim gleichaltrigen Jakub Szymanski vor einem Jahr hat die Clubführung entschieden, auch auf Spinolas Position auf jüngere Kräfte zu setzen. Neben Michael Kusio (21) wird neu Claudio Vögtli (23) im rechten Rückraum agieren. «Ich akzeptiere diese Entscheidung», sagt Spinola. Einen Verbleib in Bern hätte er sich gut vorstellen können, auch wenn er sich nach wie vor nur wenig in Deutsch verständigen kann. «Ich verstehe ziemlich viel. Als Portugiese ist es für mich jedoch ziemlich schwierig, Deutsch auch wirklich zu sprechen», sagt er. Mit den Teamkollegen und dem Trainerstab unterhält er sich auf Englisch, das er sehr gut beherrscht.

Professionell Handball spielen will er jedoch weiterhin. Erst mit 34 hatte sich Spinola entschlossen, ins Ausland zu wechseln, nachdem er Nationalspieler gewesen und für die Spitzenclubs FC Porto, Sporting Lissabon und Braga gespielt hatte. Eine Rückkehr nach Portugal ist daher auch noch kein Thema, vielmehr will er in seiner langen Laufbahn noch eine zweite Etappe in einem anderen Land in Angriff nehmen. Der 187 cm grosse Rückraumspieler prüft mit seinem Manager zusammen verschiedene Optionen. «Es kann sein, dass ich in der Schweiz bleibe. Es ist aber auch möglich, dass ich in eine andere Liga wechsle», äussert er sich zu seiner Zukunft noch vage.

Noch alles möglich

Vor seinem Abgang aus Bern möchte Spinola im Playoff gut abschneiden. Dies dürfte nicht einfach werden. Nach der 19:30-Niederlage bei Kriens-Luzern am letzten Samstag dürfte der BSV kaum mehr weiter als bis auf Platz 6 vorstossen. Im Viertelfinal werden die Berner vermutlich auf die Innerschweizer oder Pfadi Winterthur treffen und Aussenseiter sein. «Es ist möglich, diese Teams zu schlagen», äussert sich Spinola optimistisch, dass die Saison noch zu einem guten Ende gebracht werden kann. Gut spielen will der BSV auch heute (19.45) im Heimspiel gegen den Playout-Teilnehmer RTV Basel. Und zeigen, dass die schwache Darbietung in Kriens nach zuvor vier Siegen in Folge nur ein Ausrutscher war.