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Training der AmateurclubsNur das «Mätschle» fehlt

Der Zweitligist SC Bümpliz 78 trainiert in Kleingruppen, sehr zur Freude der Spieler.

Unter Einhaltung der Schutzmassnahmen trainiert der SC Bümpliz 78 am Montag in Kleingruppen.
Unter Einhaltung der Schutzmassnahmen trainiert der SC Bümpliz 78 am Montag in Kleingruppen.
Foto: Christian Pfander

Wiederanpfiff im Amateurfussball. Nach dem Saisonabbruch sind seit Montag zumindest Trainings in Kleingruppen wieder erlaubt. Der SC Bümpliz 78 macht davon Gebrauch. Während die D-Junioren auf der heimischen Bodenweid-Anlage den ersten Testversuch unternehmen, trainieren die Akteure der Zweitligaequipe auf der Grossen Allmend in Bern.

Trainer Manuel Bregy lässt die vier Spieler verschiedene Passübungen ausführen. Die Konzentration ist hoch, ein misslungenes Zuspiel fällt sofort auf. «In den Bereichen Technik und Kognition können wir mit solchen Trainings viel profitieren.» Der Coach ist sich aber bewusst: «Alles, was die Spieler eigentlich gern machen, ist nicht erlaubt.» Das bestätigt auch Captain Igor Prack: «Das Mätschle fehlt schon, auch der interne Konkurrenzkampf.» Dennoch ist der Verteidiger dankbar über die Einheiten. «Sie verleihen Motivation und Freude. Es ist schön, die Teamkollegen zu sehen.»

«Wilde» Trainings in den letzten Wochen

Trotz allem hält sogar der Schweizerische Fussballverband in seinem Covid-19-Schutzkonzept fest: «Es handelt sich nicht um eine sonst übliche Wettkampfvorbereitung oder ein normales Fussballtraining.» Neben Zweikämpfen sind auch Kopfbälle untersagt. Immer ist ein Abstand von zwei Metern einzuhalten. Trainer Bregy bezeichnet deshalb die Startphase als Testlauf.

Das erste von drei offiziellen Trainings in dieser Woche mit allen Spielern findet am Dienstag statt. «Dann werden wir sehen, ob die strengen Massnahmen einzuhalten sind.» Zwar hat Bregy schon in den vergangenen Wochen «wilde», freiwillige Trainings in Fünfergruppen angeboten. «Obwohl wir auch da die Regeln immer eingehalten haben, ist es etwas anderes, ob 4 oder jetzt dann 25 Spieler anwesend sind.»

Viele Clubs verzichten

Viele Clubs schrecken die Massnahmen ab. Der FC Lerchenfeld verzichtet auf die Wiederaufnahme des Trainings. «Die Einhaltung der zahlreichen Hygiene- und Distanzregeln sowie weitere Auflagen stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen», lautet die Begründung der Thuner. Bümpliz-Trainer Bregy widerspricht nicht, schliesslich darf nur er das Material anfassen und muss nach jedem Training sämtliche Bälle und Hütchen desinfizieren. Trotzdem möchte er an den Trainings festhalten: «Die Jungs sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, man kann sie nicht zu Hause einsperren, sondern sie brauchen auch während einer Epidemie Bewegung.» Die Spieler freuts. «Wir sind dankbar für Mänus Engagement», sagt Captain Igor Prack.

Die Spieler des SC Bümpliz 78 schätzen das hohe Engagement ihres Trainers Manuel Bregy in der Corona-Krise.
Die Spieler des SC Bümpliz 78 schätzen das hohe Engagement ihres Trainers Manuel Bregy in der Corona-Krise.
Foto: Christian Pfander