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Entscheide des RegierungsratsAb Montag gilt die Maskenpflicht in Berner Läden und Restaurants

Wer älter als 12 Jahre ist, muss ab nächster Woche in allen öffentlich zugänglichen Räumen Maske tragen. Das hat Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

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Die Entscheidungen des Reigerungsrats im Überblick
  • Hier gilt die Maskenpflicht: Einkaufszentren, Poststellen, Museen, Theater, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude, Gotteshäuser und religiöse Gemeinschaftsräume, Kinos und Bahnhöfe inklusive Perrons und Unterführungen: Das versteht der Kanton unter öffentlich zugänglichen Innenräumen.
  • Masken sind auch zwingend in Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen sowie in Restaurationsbetrieben. Allerdings dürfen die Gäste sie ablegen, sobald sie an einem Tisch sitzen.
  • In Bars, Clubs und Restaurants gilt die Sitzpflicht wieder.
  • Nicht mehr als 300 Personen dürfen gleichzeitig in Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen sein.
  • Kinder müssen keine Maske tragen, vorausgesetzt sie sind jünger als 12 Jahre. Die Pflicht gilt auch nicht für Menschen, die aus besonderen Gründen keine Gesichtsmaske tragen und dies nachweisen können.
  • An diesen Orten hat die Maskenpflicht keine Gültigkeit: in Kindertagesstätten, in öffentlichen und privaten Schulen sowie Hochschulen; in den Schalterhallen und Selbstbedienungszonen der Banken und in Trainingsbereichen von Sport- und Fitnesseinrichtungen.
Zusammenfassung

Auch im Kanton Bern gilt ab kommenden Montag eine Maskenpflicht in Einkaufsläden, Bahnhöfen und anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen. Das hat der Regierungsrat am Mittwoch beschlossen. Er reagiert damit auf die steigenden Fallzahlen.

Lange Zeit seien die Zahlen im Kanton Bern unter dem nationalen Durchschnitt gelegen, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) vor den Medien. Deshalb habe man mit der Maskenpflicht bislang zugewartet. Nun erhoffe man sich eine Wirkung der Massnahme mit Beginn der kälteren Jahreszeit.

«Der Kanton Bern will die Risikopersonen und die erlangten Freiheiten schützen», sagte Schnegg. Die Hygienemasken dienten auch als äusseres Zeichen. Die ganze Bevölkerung sei aufgerufen, wachsam zu bleiben. «Es ist sehr wichtig, dass alle die Hygieneregeln einhalten und wenn immer möglich 1,5 Meter Distanz halten.»

Die Maskenpflicht gilt in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen. Darunter fallen Geschäfte und Einkaufszentren, aber auch Bahnhöfe sowie Poststellen, Museen, Theater, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude und Gotteshäuser. In Restaurants darf die Maske nur abgelegt werden, wenn man am Tisch sitzt.

Von der Maskenpflicht ausgenommen sind Kitas sowie all jene Schulen, die der Aufsicht des Kantons unterstehen.

Die Maskenpflicht gilt vorerst bis Ende Januar 2021. «Solange wir keinen Impfstoff haben, werden wir von diesem Virus begleitet sein», sagte Schnegg. Der Regierungsrat werde die Entwicklung aufmerksam beobachten und die Massnahme bei Bedarf verlängern.

Sitzpflicht in Clubs und Restaurants

Als weitere Massnahme zur Eindämmung des Coronavirus hat der Regierungsrat beschlossen, dass für Gäste von Bars, Clubs und Restaurants eine Sitzpflicht gilt. Zudem wird die Zahl der Gäste in Bars, Clubs und Discos auf 300 Personen beschränkt.

Schnegg wies darauf hin, dass die Fallzahlen im Kanton Bern zuletzt stetig angestiegen sind. Am Mittwoch gab es mit 84 Erkrankten innert 24 Stunden den höchsten Stand seit Anfang April. In den letzten beiden Wochen haben sich durchschnittlich 41 Menschen pro Tag infiziert.

Die Mehrheit der Ansteckungen gebe es im Familien- und Freundeskreis, sagte die stellvertretende Kantonsärztin Barbara Grützmacher. Auch in Sportklubs und am Arbeitsplatz – besonders in den Pausenräumen – gebe es immer wieder Ansteckungen.

Aus den Altersheimen würden bislang noch wenige Fälle gemeldet, sagte Grützmacher weiter. Die Tendenz sei aber steigend. Sollten die Fallzahlen im Kanton weiter zunehmen, sei auch wieder mit mehr Todesfällen zu rechnen.

Veranstalter gefordert

Schnegg verhehlte nicht, dass er mit dem Ablauf der ersten Grossveranstaltungen seit 1. Oktober nicht vollends zufrieden ist. Er rief die Veranstalter von Anlässen mit mehr als 1000 Personen dazu auf, die Schutzkonzepte konsequent umzusetzen. Auch die Besucherinnen und Besucher seien gefordert. «Sie müssen die Regeln einhalten und die Veranstalter unterstützen.»

«Die Corona-Ampel steht immer noch auf Gelb», sagte Frank Neff vom Corona-Sonderstab der Gesundheitsdirektion. Das könne sich aber jederzeit ändern. Die Regierungsstatthalter könnten die Bewilligungen für Grossveranstaltungen zurückrufen, wenn die Schutzkonzepte nicht eingehalten würden.

Für Unmut sorgten bei den bernischen Behörden offensichtlich Bilder vom Heimspiel des BSC Young Boys am vergangenen Sonntag. Vor den Eingängen zum Stadion hatten sich die Menschen zeitweise gedrängt, und auf den Plätzen im Stadion waren die rund 11'000 Fans nicht optimal verteilt. (SDA)

Die Regierung hat bewusst zugewartet

Die Anzahl Covid-Fälle im Kanton Bern habe sich fast immer unter dem Durchschnitt schweizweit bewegt, sagt Gesundheitsvorsteher Schnegg. Er antwortet damit auf die Frage, weshalb die Berner Regierung so lange zugewartet hat damit, die Maskentragepflicht zu verhängen. Die Situation in den Spitälern sei noch sehr ruhig. Deshalb habe man die kalte Jahreszeit abgewartet, den Herbst.

Die Tragepflicht gilt vorerst bis Ende Januar

Eine Verordnung könne ohne Probleme kurzfristig geändert werden, sagt Schnegg. Es wäre erfreulich, wenn man diese Pflicht in zwei Monaten wieder streichen könnte. Man gehe aber davon aus, dass sie in den nächsten Monaten nötig sein werde.

Warum gilt die Pflicht ab Montag?

Eine Maskentragepflicht für Innenräume verlange nach Zeit, erklärt Schnegg, damit das Material zur Verfügung gestellt werden könne. So begründet er dass die Maskentragepflicht im Kanton Bern ab Montag gilt, und nicht wie in anderen Kantonen bereits ab Samstag. Es sei aber nicht verboten, damit bereits jetzt zu beginnen.

Hier gilt die Maskenpflicht nicht

Ausgenommen von der Maskentragepflicht sind Kindertagesstätten. Dort soll das Tragen von Masken gemäss den erstellten Schutzkonzepten erfolgen, also in besonderen Situationen oder aufgrund der einzelnen örtlichen Begebenheiten.

Auch die Innenräume von öffentlichen und privaten Schulen, die der Aufsicht der Bildungs- und Kulturdirektion unterstehen, und die Innenräume der Hochschulen sind ausgenommen. Personen, die sich in diesen Schulen und Hochschulen aufhalten, müssen nicht generell eine Maske tragen. Es wird jedoch verlangt, dass sich diese Institutionen der epidemiologischen Lage sehr rasch anpassen.

Auch in den Schalterhallen und Selbstbedienungszonen der Banken ist eine Maske nicht erforderlich. Dasselbe gilt in den Trainingsbereichen von Sport- und Fitnesseinrichtungen, in Empfangs-, Garderoben- und Verpflegungsbereichen hingegen wird eine Maske verlangt.

Das gilt in Gastrobetrieben

In Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen sowie in Restaurationsbetrieben dürfen die Gäste die Maske nur dann ablegen, wenn sie an einem Tisch sitzen. Es gilt eine Sitzpflicht. Und die Obergrenze für Anwesende liegt bei 300 Personen.

Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen

Wer ab Montag einkaufen, in die Post oder an den Bahnhof geht, muss eine Maske tragen. Das hat der Regierungsrat heute beschlossen, sagt Schnegg. Die Pflicht gilt für alle öffentlich zugänglichen Innenräume, also Museum, Kirche, Gebetsräume, Kino oder Theater ebenfalls. Bis zum 12. Geburtstag sind Kinder von der Tragepflicht dispensiert.

Der Überblick

Letzte Woche wurden im Kanton Bern 6460 Tests durchgeführt, darunter waren 322 neue Covid-Fälle, 9 Hospitalisationen, auch die Positivitätsrate ist gestiegen. Ansteckungen werden im Familien- und Freundeskreis, im Sportverein, aber auch wieder viele am Arbeitsplatz geortet. Zurzeit werden noch wenige Fälle aus den Heimen gemeldet, sagt die stellvertretende Kantonsärztin Barbara Grützmacher. Die Behandlungskapazitäten in den Spitälern bezeichnet sie aktuell als «noch gut».

Appell an Grossveranstalter

Grosse Veranstaltungen könnten nur dann durchgeführt werden, wenn die Schutzkonzepte streng eingehalten würden. Er habe festgestellt, dass das noch nicht überall klappe, erklärt Gesundheitsvorsteher Pierre Alain Schnegg. Er fordert die Veranstalter auf, ihre Schutzkonzepte durchzusetzen. «Ich möchte es vermeiden, Bewilligungen zurückzuziehen.»

Maskenpflicht

In einem Facebook-Post greift der grünliberale Grossrat Hannes Zaugg offenbar der Medienkonferenz vor: «Ab kommenden Montag und vorerst bis 31. Januar 2021 gilt auch im Kanton Bern allgemeine Maskentragpflicht in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen wie Geschäften, Veranstaltungsräumen, Verwaltungen und Gastbetrieben (dort nur, bis man am Tisch sitzt)», schreibt der Uetendorfer. Der Post wurde mittlerweile wieder entfernt. (mb)

Point de Presse

Ab 14 Uhr präsentieren Pierre Alain Schnegg, Vorsteher der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) des Kantons Bern, die stellvertretende Kantonsärztin Barbara Grützmacher sowie Frank Neff vom Corona-Sonderstab der GSI, mit welchen zusätzlichen Massnahmen der Kanton die zuletzt steigenden Fallzahlen besser in den Griff kriegen will.

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168 Kommentare
    Degiacomi Martin

    dank der maskenpflicht nehmen im kanton bern endlich die ansteckungen in der gemüseabteilung des grossverteilers, in der bahnhofhalle, im dorflädeli, der quartierbeiz und im fitnessclub ab.

    in 3 wochen sind die zahlen mindestens halbiert.

    bis dann, wenn wir das hier statistisch überprüfen werden.........