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Die YB-EinzelkritikNsame rettet von Ballmoos

Beim 3:2 gegen Zürich zeigen die YB-Akteure grosse Leistungsschwankungen. Die Young Boys siegen auch dank ihrer starken Bank. Für den Matchwinner gibt es die Bestnote, der Goalie ist sehr fehlerhaft.

Tor, Tor, Tor: Jean-Pierre Nsame erzielt gegen Zürich seine Saisontreffer 19, 20 und 21 – hier trifft er zum 1:1.
Tor, Tor, Tor: Jean-Pierre Nsame erzielt gegen Zürich seine Saisontreffer 19, 20 und 21 – hier trifft er zum 1:1.
Foto: Raphael Moser

David von Ballmoos – 2,5

Der Torhüter leistet sich drei grobe Schnitzer. Er sieht bei beiden Gegentoren sehr schlecht aus – und in der letzten Minute lässt er erneut einen Ball ungenügend abprallen und ermöglicht Stephan Seiler die grosse Ausgleichschance. Immerhin wehrt er diesen Abschluss ab. Und gleich nach 14 Sekunden pariert von Ballmoos stark gegen Kevin Rüegg.

Saidy Janko – 3,5

Kommt hinten rechts nicht ins Spiel, wobei sich YB in der ersten Halbzeit generell relativ schwertut. Muss zur Pause mit schmerzhafter Beckenprellung ausgewechselt werden.

Fabian Lustenberger – 5

Die YB-Defensive steht nicht immer sicher und ist mit Steilpässen verwundbar. Nach einigen Wacklern steigert sich der Captain und gefällt nach der Pause mit einer fast fehlerfreien Vorstellung. Er ist jetzt gewohnt souverän, ballsicher, umsichtig.

Jordan Lefort – 4,5

Erhält den Vorzug vor Cedric Zesiger (Bank) sowie Frederik Sörensen, Mohamed Camara und Nicolas Bürgy (alle Tribüne). Kurbelt mehrmals klug das Spiel an, ist bissig, aber nicht immer stilsicher.

Jordan Lotomba – 4,5

Spielt in der ersten Halbzeit links hinten, in der zweiten Halbzeit verteidigt er rechts. Er tut das ordentlich, sein riesiges Potenzial vermag er aber nur selten anzudeuten, weil er nicht immer die richtige Entscheidung trifft. Stark aber sein Steilpass auf Gaudino in der Entstehung des 2:2.

Christian Fassnacht – 3

Es ist nicht der Abend des Nationalspielers, der vor dem 0:1 ungenügend verteidigt. Ist erstaunlich diskret, einmal mit einem starken Kopfball, sonst selten auffällig. Und als er ins Tor trifft zum 2:2, steht er knapp im Abseits – und nimmt den Ball erst noch Felix Mambimbi weg, der ebenfalls getroffen hätte.

Michel Aebischer – 4,5

Will der Chef im YB-Aufbau sein. Und ist es gegen Zürich nicht immer. Zwar mit einigen schönen Pässen und mit Pech bei einem Flachschuss, den FCZ-Keeper Yanick Brecher toll an den Pfosten lenkt. Aber auch mit Pausen.

Christopher Martins – 4,5

YB fehlt es gegen Zürich noch an der Stabilität, das 4-4-2-System wirkt nicht immer homogen. Martins kämpft sich in die Begegnung, ohne sie zu prägen. Mit seinen langen Beinen erobert er ein paar Bälle, mit Fleiss und Einsatz gelingt ihm nach der Pause eine deutliche Steigerung.

Nicolas Ngamaleu – 4,5

Ist ein Aktivposten, wobei auch ihm die lange Spielpause verständlicherweise anzumerken ist. Bereitet das 1:1 vor.

Felix Mambimbi – 3,5

Das grosse Sturmtalent steht in der Startformation – und nicht Altmeister Guillaume Hoarau. Tut sich schwer, lange nicht integriert. Zeigt doch noch einige schicke Dribblings – und hat Pech, als ihm Fassnacht einen Treffer klaut und dabei sogar noch im Abseits steht.

Jean-Pierre Nsame – 6

Müsste für diese Vorstellung im Prinzip eine 8 erhalten und nicht nur eine 6 mit Ausrufezeichen. Das geht nicht, viel prägender aber kann ein Stürmer nicht sein. Schiesst drei Tore, es sind seine Saisontreffer 19, 20 und 21. Eigentlich sind es gar vier, aber einmal steht er knapp im Offside. Arbeitet hart, ist oft anspielbar, hilft hinten aus, köpfelt viele Bälle bei Standards der Zürcher weg.

Ulisses Garcia – 4

46. Minute für den angeschlagenen Janko. Ist solid. Nicht mehr, nicht weniger.

Guillaume Hoarau – 5

66. Minute für Mambimbi. Sofort im Spiel, dominant und spielfreudig und gefährlich. Seinen Schuss lässt Zürich-Goalie Brecher ans Bein von Nsame abprallen – und von dort rollt der Ball zum 2:2 ins Tor.

Marvin Spielmann – 4

66. Minute für Ngamaleu. Mit seiner Schnelligkeit wertvoll, ist mutig, bleibt aber insgesamt blass.

Miralem Sulejmani – 5

75. Minute für Fassnacht. Lange Zeit war der Serbe verletzt, immer wieder, nun probiert er einen erneuten Neustart. Wie Hoarau kämpft er um einen neuen Vertrag bei YB – und betreibt ebenfalls im ersten Kurzeinsatz sofort Eigenwerbung. Wirkt agil und frisch, seine spielerische Klasse fällt sofort auf. Und seine überragenden Standards sind wichtig. An der Vorarbeit zum 2:2 involviert, mit tollem Eckball vor dem 3:2.

Gianluca Gaudino – 4,5

75. Minute für Aebischer. Der Ballstreichler fügt sich mit seiner Passsicherheit umgehend ins Berner Offensivspieler ein. Stark sein Pass auf Hoarau vor dem zweiten YB-Tor.