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«Nirgendwo ist der Mann schwächer als in der Sexualität»

Allesamt Männer, denen vorgeworfen wird, ihre Machtpositionen ausgenutzt zu haben (von oben links im Uhrzeigersinn): Clinton, Hoffman, Wedel, Weinstein, Trump, Cosby, Spacey, Strauss-Kahn, Berlusconi und Lewine. (Bilder: AP, AFP, Reuters/Süddeutsche Zeitung)

Vor einem Jahr lösten die Missbrauchsfälle um den Filmproduzenten Harvey Weinstein zunächst eine Debatte in Hollywood aus – bevor diese sich auf die ganze Welt ausdehnte und von den Vorfällen in der Schwedischen Akademie in Stockholm bis zum alltäglichen Barflirt reichte. Ging die «Me Too»-Debatte zu weit?

Sie forschen aus sozialpsychologischer Perspektive zum Thema Männlichkeit. Was bedeutet diese Verankerung von sexistischen Verhaltensweisen denn für Männer?

Sexismus ist überall da, wo Männer und Frauen zusammentreffen. Wer jetzt aber sagt, «Das Patriarchat ist schuld», der macht es sich trotzdem zu einfach?

Vor dem Hintergrund von «Me Too» scheint vor allem der Begriff der Komplizenschaft interessant: In Weinsteins Umfeld gab es wohl viele Männer, die über sein Verhalten Bescheid wussten, ihn aber nicht verrieten. Woher kommt diese männliche Verschwiegenheit?

An der Berichterstattung über «Me Too» wurde häufig kritisiert, dass die Trennlinie zwischen Sexualität und Gewalt nicht scharf genug gezogen wurde. Sie wiederum schreiben, sexuelle Gewalt sei männlich – und sehen die Ursache hierfür in der Konstitution männlicher Sexualität.

Die männliche Sexualität führt also zu einem Männlichkeitsdilemma – und dieses Männlichkeitsdilemma zu Gewalt?

Solch eine Sexualisierung von Gewalt birgt jedoch auch das Problem, sexuellen Übergriffen eine archaische, urmenschliche, urmännliche Komponente zu verleihen. «Der Mann als Tier» – wie der Stern kürzlich titelte. Warum halten sich solch evolutionsbiologische Stereotype noch so hartnäckig?

Was setzen Sie dem entgegen?

Wie verstehen Sie denn die Triebtheorie?

Sie bemängeln, dass vor allem von sexualisierter, weniger aber von sexueller Gewalt die Rede ist. Worin besteht für Sie der Unterschied?

Wie kann man diese komplizierte Problemlage um Sexualität und Gewalt auflösen?

Im Nachklang von «Me Too» war ja viel von verunsicherten Männern die Rede.

Die «Me Too»-Debatte scheint einen Graben zwischen den Geschlechtern aufgemacht zu haben.

Männlichkeit ist per se krisenhaft?

Wenn von Männlichkeit in der Krise gesprochen wird, wird immer wieder das Feindbild des alten weissen Mannes bemüht. Halten Sie diese Kategorie für sinnvoll?