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Täuschung kommt dem Fälschen von Ausweisen gleich

Als Minderjähriger an eine Party für ­Ü-18-Leute? Kein Problem: Man findet schnell einen volljährigen Kollegen, der einem seine Identitätskarte überlässt.

Ein Problem hat aber, wer erwischt und angezeigt wird – das heisst «Fälschung von Ausweisen». Dieses Delikts macht sich nicht nur schuldig, wer Ausweise fälscht oder verfälscht. Strafbar macht sich auch, wer einen echten, aber nicht für ihn bestimmten Ausweis «zur Täuschung missbraucht». Die Täuschung liegt in der Vorspiegelung eines falschen Alters. Wie man in den Besitz des Ausweises gelangt ist, spielt für die Strafbarkeit keine Rolle. Auch wenn es sich in den Augen vieler Jugendlicher um eine Bagatelle handelt, die Folgen sind nicht zu vernachlässigen. Bei Minderjährigen ist gemäss Jugendstraf­gesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Busse bis zu 2000 Franken möglich. Denkbar wäre auch, dass der Jugendliche verpflichtet wird, während dreier Monate gratis in einer sozialen Einrichtung zu arbeiten.

Volljährige Personen, die ihren Ausweis im Wissen um den bevorstehenden Missbrauch Minderjährigen überlassen, droht ein Verfahren wegen «Gehilfenschaft zu Fälschung von Ausweisen». Der Strafrahmen umfasst Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu einer Million Franken. Weil es sich aber bloss um eine Gehilfenschaft handelt, fällt die Strafe zwingend milder aus.

Dazu kommen noch die Gerichts- und Untersuchungskosten, die schnell einmal eine vierstellige Höhe erreichen können. Und was vergessen geht: Fälschung von Ausweisen oder Gehilfenschaft dazu sind Vergehen. Im Falle ­einer Verurteilung könnte das Urteil ins Strafregister eingetragen und erst nach zehn Jahren gelöscht werden. (thas)

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