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Stadt setzt auf Schutzzonen – und auf Anreize

In einer Serie schauen wir genauer hin: Was ermöglicht die Ortsplanungsrevision wo? Im letzten Teil dreht sich alles um die Frage, wie die Stadt den künftigen Herausforderungen in Sachen Energie, Umwelt und Mobilität begegnen will.

Ein Teil des Thuner Bonstettenparks mit Blick nach Süden. Es ist eines der Gebiete in der Uferschutzzone, das auch künftig besonderen Schutz geniessen wird.
Ein Teil des Thuner Bonstettenparks mit Blick nach Süden. Es ist eines der Gebiete in der Uferschutzzone, das auch künftig besonderen Schutz geniessen wird.
Christoph Gerber

Es sind grosse Themen, um die es an der letzten Infoveranstaltung der Stadt zur Mitwirkung an der Thuner Ortsplanungsrevision geht. Im Fokus stehen morgen Abend nicht wie bisher die Entwicklung bestimmter Stadtgebiete, sondern die Pläne in Sachen Energie, Umwelt und Landschaft.

«Wir wollen aufzeigen, welche Strategien wir im Umgang mit der Thematik Nachhaltigkeit anstreben», erklärt die Co-Leiterin des städtischen Planungsamts, Susanne Szentkuti. Dies betreffe sowohl jene Areale, die etwa durch das Ausscheiden in eine Zone mit Planungspflicht gesondert angeschaut würden, aber auch die Regelbauzone.

Co-Leiter Florian Kühne ergänzt, dass die Ziele für Energie, Umwelt und Landschaft, aber auch für Mobilität in einer grossen gegenseitigen Abhängigkeit stünden. «Dabei wollen wir nicht nur auf Vorschriften, sondern auch auf Anreize setzen – etwa bei der Verbesserung der Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden», sagt der Stadtarchitekt. Eine besondere Bedeutung komme dabei auch einem «attraktiven, gut funktionierenden ÖV-System» zu.

Zonen für besonderen Schutz

Um einmalige ökologische Qualitäten sowie Lebensräume für Flora und Fauna zu sichern, setzt die Stadt auf dem gesamten Gemeindegebiet auf verschiedene Freihalte-, Uferschutzzonen sowie Naturschutz- und Landschaftsentwicklungsgebiete – neu beispielsweise das Landschaftsentwicklungsgebiet Pfandern-Buchholz.

Nebst den Landschaftsschongebieten, wie sie etwa in grossen Teilen Goldiwils vorzufinden sind und wo künftig unter bestimmten Bedingungen noch gebaut werden darf, gibt es neu zwei Landschaftsschutzgebiete im Haslimoos in Allmendingen und entlang der Strättligmoräne. Letztere geniessen einen besonders starken Schutz.

Bewahren will die Stadt auch erhaltenswerte Obstbaumgärten und Baumgruppen, die Siedlungen oder Landschaften prägen. «Das Baureglement sieht neu vor, eine Auswahl besonders wertvoller Einzelbäume grundeigentümerverbindlich zu schützen», hält Susanne Szentkuti fest.

Dächer für die Solarenergie

Im Gebäudebereich verfolgen die Stadtplaner eine ganze Reihe von Zielen, mit der sie der Nachhaltigkeit Rechnung tragen möchten. So sollen etwa in der Regelbauzone Flachdächer vermehrt zur Produktion von Sonnenenergie eingesetzt sowie hinsichtlich des Stadtklimas und ökologischer Aspekte begrünt werden.

Fürs Parkieren sind künftig häufiger unterirdische Anlagen vorgesehen. Und um die Bedeutung von Grünflächen stärker hervorzuheben, wird anstelle der heutigen Ausnützungs- die neue Grünflächenziffer zum Zuge kommen. Dadurch soll unter anderem ein hoher Anteil unversiegelter Bodenfläche gesichert werden.

Der allergrösste Teil der geplanten Massnahmen basiert auf den Strategien, welche die Stadt im Stadtentwicklungskonzept 2035 sowie im Gesamtverkehrskonzept 2035 festgehalten hat. «Davon leitet sich klar ab, dass die Stadt Thun eine nachhaltige, qualitätsvolle Entwicklung nach innen verfolgt», betont Susanne Szentkuti.

Bei der Entwicklung von Zonen mit Planungspflicht und Überbauungsordnungen sollen «qualitätssichernde Verfahren» dafür sorgen, dass die Ziele erreicht werden. Im Bereich Mobilität wiederum strebt die Stadt Thun an, den anfallenden Mehrverkehr primär via ÖV, Fuss- und Veloverkehr abzuwickeln.

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