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«Schützen uns vor Linksradikalen und Journalisten»

Die rechtsextreme Pnos feierte in Kaltbrunn die Gründung von fünf neuen Sektionen. Chef Dominic Lüthard sprach von starkem Wachstum in der Ostschweiz.

Steht nach den jüngsten Auftritten von Rechtsradikalen in der Kritik: Bruno Zanga, der Kommandant der St. Galler Kantonspolizei. (18. Oktober 2016)
Steht nach den jüngsten Auftritten von Rechtsradikalen in der Kritik: Bruno Zanga, der Kommandant der St. Galler Kantonspolizei. (18. Oktober 2016)
Gian Ehrenzeller, Keystone
In Kaltbrunn im Kanton St. Gallen hielt die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) eine Parteiversammlung ab. (22. Oktober 2016)
In Kaltbrunn im Kanton St. Gallen hielt die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) eine Parteiversammlung ab. (22. Oktober 2016)
Benjamin Manser, Keystone
Am Nachmittag hatten sich rund 70 Demonstranten in Rapperswil-Jona versammelt, um gegen ein geplantes Fest der Pnos zu protestieren. (22. Oktober 2016)
Am Nachmittag hatten sich rund 70 Demonstranten in Rapperswil-Jona versammelt, um gegen ein geplantes Fest der Pnos zu protestieren. (22. Oktober 2016)
Twitter/Markus Stadelmann
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Die Feier der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in Kaltbrunn SG verlief ruhig. Die Polizei blieb in Alarmbereitschaft. Zahlreiche Medienvertreter waren vor Ort, nachdem die Behörden am vergangenen Wochenende von einem Konzert mit 5000 Rechtsextremen aus Europa überrumpelt worden waren.

Die St. Galler Kantonspolizei hatte sich für das erneute Treffen von Rechtsradikalen in der Ostschweiz gerüstet und angekündigt, dieses «polizeilich zu begleiten». Sie habe im Vorfeld der Veranstaltung Kontakt mit dem Pnos-Präsidenten aufgenommen und Bedingungen für die Durchführung des Anlasses gestellt; sämtliche Auflagen seien eingehalten worden, heisst es in einer Polizei-Mitteilung vom Samstagabend.

Starker Zulauf in der Ostschweiz

In Kaltbrunn zwischen Zürich- und Walensee haben sich Mitglieder der Partei National orientierter Schweizer (Pnos) versammelt, um die Gründung von fünf neuen Sektionen zu feiern.

Gerade in der Ostschweiz habe die Pnos in den letzten Jahren starken Zulauf erhalten, erklärte Pnos-Chef Dominic Lüthard den Journalisten vor dem Gasthaus «Löwen» etwas ausserhalb von Kaltbrunn. Die Zahl der Mitglieder sei in 18 Monaten von 300 auf 400 gestiegen. Vom Parlamentsbetrieb habe sich die Pnos verabschiedet, sagt Lüthard. Die Pnos verstehe sich mehr als Bewegung denn als politische Partei.

Die Feier findet in einem Party-Raum hinter dem Restaurant statt, Aussenstehende haben keinen Zutritt. Dafür sorgt der «Ahnensturm», der Pnos-eigene Sicherheitsdienst. Er soll die Mitglieder «vor Linksradikalen und aufdringlichen Journalisten» schützen, wie Lüthard erklärt. Auch die Kantonspolizei St. Gallen ist vor Ort, wie «Tages-Anzeiger»-Reporter Stefan Hohler berichtet.

Linke verlangten «hartes Vorgehen»

Am Mittag war durchgesickert, dass die abendliche Feier in Kaltbrunn, in der Nähe von Wattwil, stattfinden werde. Um schliesslich 17 Uhr machten am Bahnhof Rapperswil-Jona rund siebzig Linksautonome eine unbewilligte Demonstration. Die Teilnehmer verlangten ein hartes Vorgehen gegen Rechtsradikale und skandierten «Schweizer Polizisten schützen die Faschisten».

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und löste die Demonstration auf. Die Demonstranten stiegen in den Zug Richtung Zürich. «Wir wollten ein Aufeinandertreffen von rechts und links verhindern. Dies ist uns gelungen», sagte Polizeisprecher Gian Rezzoli gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Pnos unter Polizeischutz

Die Jungsozialisten (Juso) St. Gallen reagierten mit einer Medienmitteilung: «Die rechtsextreme Szene durfte sich erneut im Kanton St. Gallen ungestört versammeln und ihr Gedankengut verbreiten, erneut unter dem Schutz der Polizei. Gegendemonstrationen wurden verhindert.» Durch das passive Verhalten der Kantonspolizei werde Rechtsextremismus salonfähig gemacht.

Die Juso forderten den St. Galler Justizdirektor Fredy Fässler (SP) auf, gegen Rechtsextremismus eine Nulltoleranzpolitik durchzusetzen. Das bedeute auch, dass gegen die Verantwortlichen des Neonazi-Konzerts vom Samstag in Unterwasser mit «aller Härte» ermittelt werde. «Das uns bekannte Videomaterial zeigt klar auf, dass Neonazis illegale Hassparolen verbreitet haben», heisst es im Communiqué weiter.

SDA/bee/hvw/chk

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