Niederwangen erhält ein neues Gesicht

Köniz

Köniz will den Bahnhof Niederwangen neu gestalten. Und das angrenzende Gebiet verdichten.

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Stephan Künzi

Der Platz wirkt einladend. Über die grosszügige Fläche flanieren Spaziergänger, im Vordergrund laden Treppenstufen und im Hintergrund gelbe Sonnenschirme zu einer Pause im Freien ein. Kaum ein Auto und gerade mal zwei Linienbusse stören die Idylle, die durch das frische Grün der Bäume, den offen vor sich hin plätschernden Bach und die blühende Wiese nur noch unterstrichen wird.

So also stellen sich die Planer die Zukunft des Bahnhofs Niederwangen vor. Und malen eine Welt, wie sie kaum gegensätzlicher sein könnte zu dem, was die Zugreisenden heute bei der Ankunft im Könizer Vorortquartier antreffen. Vor ihnen breitet sich ein unübersichtliches Sammelsurium von Gehwegen, Quartiersträsschen, Bushaltestellen, Parkplätzen aus. Und mittendrin thront ein ziemlich angejahrtes Wohnhaus.

Der Bahnhof Niederwangen ist wahrlich nicht mehr das, was ein moderner Verkehrsknoten im Netz der S-Bahn Bern sein sollte. Der Könizer Gemeinderat weiss das – und stellt nach langen Vorarbeiten erste konkrete Ideen für eine Neugestaltung zur Diskussion. Zu dieser Planung, die auch die Grundlagen für eine dichte Bebauung der angrenzenden Parzellen schafft, kann sich die Bevölkerung nun bis Anfang Januar äussern.

Ein Zentrum entsteht

Die Behörden handeln nicht ohne Druck. Immerhin ist der Bahnhof Niederwangen in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem wichtigen Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und lokalem Busnetz geworden. Und die Entwicklung wird weitergehen, wie Gemeinderat Christian Burren (SVP) mit einem Blick in die Zukunft sagt. Bis 2025 wird das neue kantonale Polizeizentrum 1300 zusätzliche Arbeitsplätze und damit noch mehr Pendler ins Dorf bringen. Und bis 2028 soll das Wohnquartier Papillon fertig sein, soll sich die Zahl von heute 1800 Einwohnern mehr als verdoppeln.

Angesichts dieses markanten Bevölkerungswachstums sei die Planung noch aus einem anderen Grund wichtig, sagt Burren. Jetzt redet er von den angrenzenden Parzellen, davon auch, dass Niederwangen ein richtiges Zentrum braucht, das alles für den täglichen Bedarf bietet. Den Laden etwa und die Beiz – wenn all diese wichtigen Betriebe an einem Ort konzentriert sind, so sein Gedankengang, decken die Leute ihre Bedürfnisse am ehesten auch im Dorf selber.

Eine Halle ist im Weg

Umsetzen möchte die Gemeinde ihre Idee im Streifen zwischen dem künftigen Bahnhofplatz und der Freiburgstrasse. Hier ist als Blickfang ein bis zu 30 Meter hohes Gebäude geplant. Es bietet in den Obergeschossen Raum für Wohnungen – und beherbergt im Parterre eben die verschiedenen Dienstleister.

Links und rechts und auch jenseits der Freiburgstrasse können weitere kompakte Wohnhäuser entstehen, so wie es heutzutage an solch zentralen Lagen üblich ist. Zu stehen kommen sie samt und sonders auf Land in Privatbesitz, weshalb Burren betont: Mit den Eigentümern sei man im Gespräch.

Im Besonderen gilt dies für das Transportunternehmen Peyer, dem die Lagerhalle am südlichen Rand des Planungsgebiets gehört. Sie steht den Absichten der Gemeinde buchstäblich im Weg. Denn hier, wo von links der Schwendistutz in die Freiburgstrasse mündet, soll in Zukunft nach rechts eine neue Zufahrt zum Bahnhof abzweigen. Sie ersetzt die eine der beiden Quartierstrassen, die heute zu den Gleisen führen.

Ein Haus verschwindet

Damit schliesst sich der Kreis, denn nun richtet sich das Augenmerk wieder auf den neuen Platz. Er ist, der verschobenen neuen Zufahrt sei Dank, ein schönes Stück länger als heute. Das verhilft neben den Fussgängern auch den Velo- und Autofahrern sowie den Linienbussen zu mehr Raum. Letztere halten neu an einer zentralen Stelle direkt am Gleis, was das Umsteigen wesentlich vereinfacht.

Eine wichtige Rolle spielt bei alledem auch das angejahrte Wohnhaus. Es gehört Köniz und kann deshalb ohne weiteres abgerissen werden. Und plötzlich wird der Stadtbach sichtbar, der heute von all dem Wirrwarr verdeckt ist – und die gewünschte Grosszügigkeit ist da.

Infoabend zur öffentlichen Mitwirkung: Freitag, 23. November, 17.30 Uhr, Aula Schulanlage, Juchstrasse 1, Niederwangen.

Berner Zeitung

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