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Mein Name ist... Tauwurm

In der Rubrik «Mein Name ist ...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Franziska Zaugg
Der Regenwurm ist sehr wichtig: durch seine Tunnelbauten wird zum Beispiel die Erde durchmischt, der Boden ­durchlüftet, und das Wasser kann besser fliessen.
Der Regenwurm ist sehr wichtig: durch seine Tunnelbauten wird zum Beispiel die Erde durchmischt, der Boden ­durchlüftet, und das Wasser kann besser fliessen.
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Ich bin blind, taub und stumm. Doch dank verschiedener Sinneszellen finde ich mich im Alltag trotzdem bestens zurecht: Mit den Licht-Sinneszellen, vorne und hinten an meinem Körper, nehme ich Helligkeit wahr. Mit meinem Drucksinn bemerke ich Erschütterungen, und mein Tast- und Gravitationssinn hilft mir bei meinem umtriebigen Tun im Boden. Denn wir Tauwürmer bauen bis zu drei Meter tiefe Wohnröhren in die Erde. Hier lagern wir Laub und Ernterückstände ab. Das ist unser Futter. Da ich zahnlos bin, lasse ich es von Bakterien und Pilzen zersetzen, damit ich es überhaupt aufnehmen kann.

Ich bewege mich auch an der Erdoberfläche. Sicher sind wir uns schon begegnet, im Garten, auf einem Acker oder auf einer Wiese an der Aare. In der Schweiz gibt es rund vierzig verschiedene Regenwurmarten. Ich bin eine davon, messe zwischen zwölf und dreissig Zentimetern und bin gleichmässig braun-rot gefärbt, ausser der vordere Teil meines Körpers, der ist dunkler.

Allgemein finden wir Regenwürmer kaum Beachtung – aber Obacht: Durch meine Tunnelbauten wird die Erde durchmischt, der Boden ­durchlüftet, und das Wasser kann besser fliessen. Mein Kot, der einzig aus Pflanzenmaterial besteht, ergibt wertvollen Dünger. Ich bin also sehr wichtig.

Männchen und Weibchen gibt es von uns Regenwürmern nicht. Wir sind Zwitter. Meine Art paart sich einmal jährlich. Danach lege ich fünf bis zehn Eier ab. Nach einigen Wochen schlüpft mein Nachwuchs.

Ich will die Gelegenheit nutzen, um einen Irrtum aus der Welt zu schaffen: Aus mir werden nicht zwei, wenn man mich halbiert: Im Gegenteil, das ist Mord. Nur im besten Fall überlebt von mir ein Teil – und zwar jener mit meinem Kopf und den wichtigen Organen.

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