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Kann ich bestimmen, wer das Geld nach meinem Tod erhält?

Die Antwort auf eine Leserfrage zur Pensionskasse.

Wie frei kann über das Todesfallkapital verfügt werden?
Wie frei kann über das Todesfallkapital verfügt werden?
Gratisography/Pexels

Ich bin geschieden, habe vier Kinder. Die drei Ältesten haben ihre Ausbildung beendet; der Jüngste, ein Nachzügler, ist erst 12-jährig und lebt bei der Mutter. Falls ich vor dem Pensionsalter sterben sollte, wäre mein jüngster Sohn noch nicht volljährig. Er hätte somit Anspruch auf das gesamte Todesfallkapital aus meiner Pensionskasse. Meine bereits erwachsenen Kinder gingen leer aus. So steht es im Reglement, eine andere Regelung will die Pensionskasse nicht akzeptieren. Ich finde das nicht gerecht, weshalb ich mir überlege, wie sich das ändern liesse. Wie wäre es, wenn alle gemeinsam - meine Ex-Frau, die Kinder und ich - in einem Vertrag festlegen, dass das Kapital nach meinem Tod gleichmässig unter allen Kindern aufgeteilt wird, sobald es dem jüngsten Sohn ausbezahlt worden ist?

Das würde voraussetzen, dass ihr jüngster Sohn auf seinen Anspruch auf das Todesfallkapital verzichtet. Das kann er aber nicht, da er minderjährig ist.

Beim Todesfallkapital handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Pensionskasse. Eine gesetzliche Verpflichtung dazu gibt es nicht. Die meisten Pensionskassen zahlen aber ein einmaliges Kapital aus, wenn die versicherte Person vor dem Rentenalter stirbt. Die Höhe des Todesfallkapitals entspricht in der Regel dem vorhandenen Sparguthaben.

Für die Rangfolge der Begünstigten gibt es klare gesetzliche Vorschriften. Die Pensionskasse muss diese gesetzliche Begünstigtenordnung zwar im Reglement übernehmen. Sie kann den Versicherten aber die Möglichkeit einräumen, eine Person aus der Begünstigten-gruppe auszuwählen oder das Todesfallkapital auf mehrere Anspruchsberechtigte zu verteilen.

Dabei handelt es sich um eine Kann-Bestimmung. Die Vorsorgeeinrichtung ist nicht verpflichtet, eine andere Begünstigtenordnung zuzulassen als im Reglement vorgesehen. Das Vorgehen Ihrer Pensionskasse ist somit zulässig. Sie kann auch bestimmen, dass das gesamte Todesfallkapital nur an eine Person geht, wenn diese in der Rangfolge über anderen Familienangehörigen steht.

Konkret bedeutet dies, dass Ihr jüngster Sohn bei Ihrem vorzeitigen Ableben zum einen eine Waisenrente aus Ihrer Pensionskasse bekommt. Darauf hat er einen gesetzlichen Anspruch bis zum Abschluss seiner Ausbildung, längstens aber bis zu seinem 25. Geburtstag. Zum andern erhält er das gesamte Todesfallkapital. Es bleibt letztlich ihm überlassen, ob er bereit ist, das Geld mit seinen Geschwistern zu teilen, falls er tatsächlich in die Situation kommen sollte.

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Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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