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Kampf um den Fortbestand

Mit dem Tiermatti in Schwenden und dem Spillgerten zuhinterst im Tal haben in diesen Tagen zwei Restaurants vorläufig den Betrieb eingestellt – unter anderen Voraussetzungen.

Das Restaurant Tiermatti ist zurzeit geschlossen. Die Besitzer sind im Gespräch mit möglichen neuen Pächtern.
Das Restaurant Tiermatti ist zurzeit geschlossen. Die Besitzer sind im Gespräch mit möglichen neuen Pächtern.
Kerem S. Maurer
Auch beim Hotel Restaurant Spillgerten sind die Rollläden heruntergelassen. Ein Gönnerverein sucht nach einer dauerhaften Lösung.
Auch beim Hotel Restaurant Spillgerten sind die Rollläden heruntergelassen. Ein Gönnerverein sucht nach einer dauerhaften Lösung.
Kerem S. Maurer
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Am 16. November war Schluss. Ein letztes Mal empfing Mathias Regez da seine Gäste und bewirtete sie auf die gewohnt gastfreundliche Art. Nach sieben Jahren verlässt er das Restaurant Tiermatti in Schwenden wieder – allerdings nicht aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund irgendwelcher Schwierigkeiten. Das Geschäft laufe gut, und auch mit Familie Wyss als Besitzer habe er ein sehr gutes Verhältnis, betont Regez. «Ich möchte einfach etwas mehr Zeit für die Familie und andere private Projekte haben.»

Wie es mit dem Tiermatti weitergeht, ist indes noch nicht geklärt. «Wir sind im Gespräch mit mehreren Interessenten, unterschrieben ist aber noch nichts», sagt Barbara Wyss auf Anfrage. Mathias Regez gibt sich jedenfalls zuversichtlich, was seine Nachfolge angeht: «Ich denke schon, dass es einen neuen Pächter geben wird, wenn auch vermutlich ohne fliessenden Übergang. Das Tiermatti wird aber weiterbestehen, da bin ich mir sicher.»

Gönnerverein springt ein

Etwas anders ist die Situation bei einem anderen Restaurant im Diemtigtal, das ebenfalls in diesen Tagen geschlossen hat. Seit dem 20. November sind auch beim Hotel Restaurant Spillgerten zuhinterst im Tal die Türen geschlossen. Und seither ringt eine Gruppe von Talbewohnern und Ferienhausbesitzern, die sich im «Gönnerverein Pro Spillgerten Grimmialp» zusammengeschlossen haben, um den Fortbestand des Betriebes, der in finanzielle Schieflage geraten war. Gemeinsam mit der AEK Bank wurde eine Lösung gesucht, die nun gefunden worden sei, wie Vereinspräsident Gottfried Erb bestätigt.

«Wenn die Leute nach einem Skitag sich nicht aufwärmen und etwas trinken können, kommen sie vielleicht nicht wieder.»

Norbert Schmid Geschäftsführer Naturpark Diemtigtal

Dabei werde eine dauerhafte Lösung angestrebt, nachdem mit Heinz Feller der letzte Pächter übergangsweise eingesprungen war. Dafür ist der Verein aber nach wie vor auf finanzielle Unterstützung angewiesen und hat einen Spendenaufruf lanciert. Bisher wurden bereits mehrere Tausend Franken zusammengetragen. Nun soll das Hotel Restaurant laut den Vereinsverantwortlichen Mitte Dezember wieder öffnen – mit einem neuen Pächter.

«Grosses Interesse»

Das wird man bei den benachbarten Grimmialpbergbahnen gern hören, denn gerade im Fall Spillgerten käme eine Schliessung kurz vor Beginn der Saison zur Unzeit, wie Verwaltungsratspräsident Ueli Wampfler darlegt: «Wir haben natürlich grosses Interesse daran, dass das Spillgerten betrieben wird und auch gut betrieben wird.» Von wem, das spiele eine untergeordnete Rolle. «Mit Herrn Feller und seinem tamilischen Geschäftspartner, der das Haus zwischenzeitlich allein weitergeführt hat, waren wir sehr zufrieden. Wir hoffen jedenfalls, dass der Betrieb im Winter offen ist», so Wampfler.

«Auswirkungen auf das Tal»

Einer, der diese Hoffnung teilt, ist Norbert Schmid. Der Geschäftsführer des Naturparks Diemtigtal hält es für «sehr wichtig, dass eine Lösung gefunden wird». Ein geschlossener Gas­tronomiebetrieb im Bereich der Grimmialpbergbahnen hätte seiner Auffassung nach Auswirkungen auf den gesamten Tourismus im Tal. «Wenn die Leute nach einem Skitag sich nicht aufwärmen und etwas trinken können, kommen sie vielleicht nicht wieder», glaubt Schmid.

Aber auch in der Sommersaison profitiere der Grimmimutzweg vom Spillgerten genauso wie der Wasserspielplatz «Gwunderwasser» vom Tiermatti. Und es gibt noch eine weitere Verbindung zwischen dem Naturpark und dem Hotel Spillgerten. Wie Norbert Schmid bestätigt, stand vor Jahren eine Übernahme des Spillgerten durch den Naturpark zur Debatte. «Am Ende ist sie aber nicht zustande gekommen.» Ein Naturparkhotel mit speziellem Konzept sei zwar immer wieder mal ein Thema, aktuell jedoch nicht vorgesehen. «Es ist schwierig, ein Hotel zu führen», meint Schmid. Das ist wohl wahr.

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