Zum Hauptinhalt springen

War es ein Vorbote für ein noch stärkeres Beben?

Warum hat in der Schweiz die Erde gebebt? Redaktion Tamedia hat mit Philipp Kästli vom Schweizerischen Erdbebendienst gesprochen.

Risse in der Wand: Das Erdbeben vom Montagabend zeigt in den Häusern Spuren. (6. März 2017)
Risse in der Wand: Das Erdbeben vom Montagabend zeigt in den Häusern Spuren. (6. März 2017)
Leserreporter
In einer Küche fielen Gegenstände von der Anrichte. (6. März 2017)
In einer Küche fielen Gegenstände von der Anrichte. (6. März 2017)
Leserreporter
Die Lawinengefahr ist derzeit verbreitet kritisch. Ob es ob des Erdbebens bereits zu Niedergängen kam, ist noch nicht bekannt.
Die Lawinengefahr ist derzeit verbreitet kritisch. Ob es ob des Erdbebens bereits zu Niedergängen kam, ist noch nicht bekannt.
slf.ch
1 / 6

Ein Erdbeben der Stärke 4,6 hat am Montagabend die Schweiz erschüttert. Philipp Kästli vom Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich hat mit Redaktion Tamedia gesprochen und erklärt, wo das Beben spürbar war, welche Schäden zu erwarten sind und warum die Erde überhaupt bebte.

Das Epizentrum des Bebens habe vier Kilometer westlich von Linthal im Kanton Glarus gelegen und sei in der ganzen Deutschschweiz spürbar gewesen, so Kästli. Über den Daumen gepeilt schätzt der Experte, dass das Beben in einem Radius von etwa 100 Kilometern wahrnehmbar war.

Letzte Erschütterung dieser Stärke 2005 im Wallis

Bei Erdbeben dieser Stärke könne es zu leichten Schäden kommen, wie zum Beispiel kleineren Rissen oder Ziegeln, die herunterfallen. Solche Rückmeldungen seien dem Erdbebendienst aber nicht bekannt. «Das Epizentrum war ja im unbewohnten Gebirge, deswegen erwarte ich auch keine nennenswerte Schäden.»

Beben dieser Art gebe in der Schweiz statistisch alle paar Jahre, so Kästli. Die letzten Jahre waren verhältnismässig ruhig – in dieser Stärke zitterte die Schweizer Erde das letzte Mal im Jahr 2005 im Kanton Wallis.

«Dass die Erschütterung ein Vorbote für ein noch stärkeres Beben war, ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen», sagt Kästli. Es habe Nachbeben gegeben und das sei auch normal. «In den ersten zwei Stunden nach dem Beben gab es rund ein Dutzend Nachbeben, von denen eines in der Nähe des Epizentrums spürbar war.»

Bewegungsrichtung bislang unklar

Der nördliche Alpenrand sei generell ein Gebiet mittlerer Erdbebengefährdung, so Kästli. «Das liegt daran, dass die afrikanische Platte und damit der Adriasporn gegen den europäischen Kontinentalsockel drückt», erklärt Kästli.

Die Richtung der Verwerfung des Bebens sei noch nicht klar. Die Auslenkung an der Oberfläche dürfte sich laut Kästli im Milimeterbereich bewegen. Der Erdbebendienst werde die Bewegungsrichtung am morgigen Dienstag ermitteln.

Wo es in der Schweiz das grösste Erdbebenrisiko gibt:

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch