Ein bisschen Aufregung und viel Luft nach oben

Nach dem Sieg gegen den EV Zug doppelt der SCB gegen die SCL Tigers nicht nach. Und Captain Simon Moser spielt das Derby nicht zu Ende.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Am Freitag, der SC Bern hat in Zug soeben in extremis 4:3 gewonnen, sagt Simon Moser: «Alles ist so eng beisammen. Gewinnst du zwei Partien, stehst du an der Spitze. Verlierst du zweimal, kämpfst du am Strich.» Deshalb, meint der Captain des SC Bern, deshalb schaue er nicht auf die Tabelle. «Für mich zählt die Leistung – und dass wir gegen Langnau nachdoppeln.»

Bern doppelt nicht nach, und Moser spielt das Derby nicht zu Ende. In der 34. Minute checkt er Anton Gustafsson. Der Schwede muss das Eis benommen verlassen, Moser kassiert einen Restausschluss. Am Sonntag wird ein ordentliches Verfahren eröffnet wegen eines möglichen Checks gegen den Kopf. Wer die Wiederholung betrachtet, sieht einen Check gegen die Brust oder allenfalls in den Halsbereich.

Nach dem Ausschluss des Captains verliert das Heimteam den Faden. «Uns fehlte nach dem harten Match in Zug die Energie. Mosers Strafe hat die Aufgabe zusätzlich erschwert», sagt SCB-Coach Kari Jalonen. Die Szene ist eine von zwei wegweisenden Aktionen.

Die zweite bezieht sich auf die 42. Minute, als Federico Lardi nach einem Pfostenschuss Yanik Burrens den Konter zum 2:0 verwertet. Langnau setzt sich gegen den Rivalen zum zweiten Mal in Folge 3:1 durch. Die Emmentaler liegen nun auf dem zweiten Platz, punktgleich mit dem drittklassierten SCB.

Spieler auf der Suche

Aber eben: Nicht die Tabelle zählt, sondern die Leistung. Diese ist in Bern seit der Nationalmannschaftspause nicht zufriedenstellend: defensiv anfälliger als gewohnt, offensiv weniger effizient, das Powerplay fern jeglicher Produktivität. Jalonen mag nicht ins Lamento einstimmen.

Mangelnde Effizienz? «Das sehe ich nicht so. Wir schiessen unsere Tore.» Der SCB im Novembertief? «Nein, wir hatten vor dem Derby in diesem Monat erst zwei Spiele verloren.» Bern steht nun bei vier Siegen und drei Niederlagen im November. Dazu kommt das Aus gegen Malmö in der Champions League (1:4 und 0:1).

Viele Spieler befinden sich auf Formsuche. Davon ausgenommen sind etwa der erstarkte Arcobello und Scherwey. Der Flügel wirkte im Derby als Vorkämpfer ziemlich einsam. Von den Zuzügen sucht Sciaroni die Bindung zum Spiel, Bieber den idealen Platz im Lineup, Grassi die Eiszeit und Almquist den Einfluss.

Der vor Wochenfrist aus Russland verpflichtete Boychuk kam bereits dreimal zum Einsatz, weil der Slowene Mursak am Wochenende krankheitshalber ausfiel. Boychuk kann mit seinem Tempo ein Gewinn sein, doch er hätte gegen Langnau mindestens ein Tor erzielen müssen.

Aber wie sagt doch Jalonen zum Thema Novembertief: «Der Monat ist noch nicht vorbei.» Es bleiben zwei Partien: morgen im Cupviertelfinal zu Hause gegen Ambri, am Freitag beim Meister ZSC Lions.

Berner Zeitung

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