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Hier blitzt und donnert es am meisten

Im Oberland gab es diesen Sommer schon überdurchschnittlich viele Gewitter. Derweil ist es in der Region Bern ausgesprochen ruhig.

Blitze gehen über dem Thunersee nieder. Das Berner Oberland bleibt auch diese Saison nicht verschont. Foto: Rolf Amstutz
Blitze gehen über dem Thunersee nieder. Das Berner Oberland bleibt auch diese Saison nicht verschont. Foto: Rolf Amstutz

Ein abendliches Sommergewitter kann den ganzen Arbeitstag überschatten, das ersehnte Feierabendbier ins Wasser fallen lassen. Im Sommer 2019 sind die Bernerinnen und Berner bis jetzt aber verschont geblieben, so zumindest der allgemeine Eindruck.

«Die Hypothese, dass in diesem Sommer im Kanton Bern bisher weniger Gewitter niedergegangen sind als im Vorjahr, ist nur regional richtig», sagt Stephan Bader vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie– kurz Meteo Schweiz. In Adelboden, Interlaken und Meiringen gab es im aktuellen Sommer mehr Gewittertage als im Juni und Juli 2018.

Wurden heuer in Meiringen bereits 13 Gewittertage registriert, waren es beim knapp 30 Kilometer entfernten Grimsel-Hospiz nur deren drei.

So wurden beim Messstandort Adelboden in den beiden vergangenen Sommermonaten insgesamt 13 Gewittertage registriert. 2018 waren es im selben Zeitraum nur deren sieben. Treffend hingegen ist der Eindruck bei der Stadt Bern: Wurden hier im Juni und Juli 2018 sieben Gewittertage erfasst, waren es heuer nur drei – und das trotz der lang anhaltenden Hitzeperioden.

Eine Lotterie

Der Blick in die Erhebungen von Meteo Schweiz macht deutlich, dass es sich bei Blitz und Donner um äusserst lokale Phänomene, ja um eine Art Lotterie, handelt. Insbesondere in den Bergen: Wurden heuer in Meiringen bereits 13 Gewittertage registriert, waren es am knapp 30 Kilometer entfernten Standort Grimsel-Hospiz nur deren drei. Als Gewittertag festgehalten werden Blitzentladungen im Umkreis von drei Kilometern des jeweiligen Messstandorts.

«Die Intensität der Gewitter wird nicht erfasst, deshalb sind diesbezüglich keine Vergleiche möglich», erklärt Bader. In einzelnen Regionen des Oberlands führten Sturm und Gewitter in diesem Sommer schon mehrmals zu Schäden. So etwa Mitte Juni und auch am 1. Juli, als ein Hagelgewitter über die Gegend rund um Interlaken und Thun zog und auf engem Raum viele Autos beschädigte. Um die Beulen an den betroffenen Motorfahrzeugen unkompliziert abzuwickeln, organisiert die Mobiliar Mitte August ein Hagel-Drive-in in Gesigen bei Spiez.

Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) verzeichnet diesen Sommer bisher über 100 Blitzschäden weniger als 2018. Dafür ist die Zahl der Sturm- und Hagelschäden deutlich gestiegen: Gingen im Juni und Juli des Vorjahres 919 Meldungen ein, waren es diesen Sommer bereits 2340. Und die Zahl könnte weiter steigen: «Vom Juli gehen noch Meldungen bei uns ein», sagt Tina Balmer, Leiterin Kommunikation bei der GVB.

Zu reden geben diesen Sommer auch die hohen Temperaturen. «Mit zunehmender globaler Erwärmung dehnt sich das sommerliche Hochdruckgebiet über dem Mittelmeer vermehrt nach Norden Richtung Zentraleuropa aus», erklärt Stephan Bader von Meteo Schweiz. Die ans Mittelmeer angrenzenden Grossregionen Europas, und damit auch die Schweiz, seien deshalb weltweit von einer der stärksten Zunahmen von Hitzeextremen betroffen.

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