Bär im Unterengadin unterwegs

Zum ersten Mal seit einem halben Jahr wurde ein Bär im Unterengadin gesichtet. Vermutlich handelt es sich um das Männchen M32.

Wurde 2013 abgeschossen: Bär M13, der sich in Graubünden herum trieb.

Wurde 2013 abgeschossen: Bär M13, der sich in Graubünden herum trieb.

(Bild: Keystone)

In der Nacht auf Montag hat bei Strada offenbar ein Bär die Kantonsstrasse in Richtung Tschlin überquert. Die Beobachtung werde als glaubwürdig eingestuft, teilte das Bündner Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag mit. Schon Ende letzter Woche sei im Gebiet des Reschenpasses im Südtirol ein Bär beobachtet worden, der in Richtung Norden wanderte.

Beim Grossraubtier könnte es sich um das Männchen M32 handeln, das zuvor über längere Zeit im Gebiet Val Müstair, oberes Vinschgau seine Spuren hinterliess. Nach Behördenangaben handelt es sich um die erste Bärenbeobachtung im Unterengadin seit September 2015. Landwirte und Imker seien darüber informiert worden, hiess es.

Der 13. Bär

Sofern es sich wirklich um M32 handelt, ist das Tier zweieinhalb Jahre alt, wie Hannes Jenny, Wildbiologe beim Amt für Jagd und Fischerei, auf Anfrage sagte. Der Bär sei eher scheu und habe sich letzten Herbst und diesen Frühling auf «Imkereiartikel» spezialisiert.

M32 wäre der 13. Bär, der von Italien nach Graubünden gewandert ist. Er dürfte vor etwa eineinhalb Monaten aus dem Winterschlaf erwacht sein.

Der Kanton Graubünden hat in den letzten Jahren immer wieder Besuch von Braunbären aus dem Trentino in Norditalien erhalten. Zwei Einwanderer wurden in Graubünden von der Wildhut geschossen, weil sie zum Risiko für den Menschen geworden waren.

kat/sda

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