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50 Tonnen Blei imWehrenbachtobel

Die Kugelfänge der Schiessanlage Rehalp zwischen Zürich und Zollikon sind stark mit Schwermetallen belastet. Bald wird die verseuchte Erde entsorgt.

Über das geschützte Wehrenbachtobel hinweg wird längst nicht mehr geschossen. Seit 1994 ist die Zolliker Schiessanlage auf der Rehalp stillgelegt. Auch das Schützenhaus ist Geschichte. Nur die Scheibenstände sind noch da – und die bleiernen Hinterlassenschaften, welche die Erdwälle und ihr Umfeld mitten im Naherholungsgebiet verseuchen.

Seit 1895 flogen von der Rehalp her Gewehrkugeln durch die Scheiben im steilen Gelände und schlugen dahinter im Boden ein. Untersuchungen in den Jahren 2002 bis 2005 ergaben, dass bis zu 50 Tonnen giftige Schwermetalle bei den Kugelfängen lagern. Gemäss Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (Awel) besteht die Gefahr, dass die Schadstoffkonzentrationen im Hangwasser ansteigen und in den Wehrenbach fliessen könnten. Darum forderte das Awel – auf Druck des Bundes – die Gemeinde Zollikon schon vor fünf Jahren auf, die Sanierung der Kugelfänge an die Hand zu nehmen. Der Bund schreibt vor, dass sämtliche Schiessstände, die eine Schutzzone oder eine Grundwasserfassung tangieren, bis Ende 2012 saniert sein müssen; jene, die ausserhalb eines Naturraums liegen, haben eine Frist bis 2020. Die kantonale Baudirektion hat vor kurzem das geplante Sanierungsvorhaben aus Zollikon gutgeheissen, das Projekt ist diese Woche amtlich ausgeschrieben worden.

Beim Kugelfang der 300-Meter- Schiessanlage Rehalp lassen sich die Schadstoffe durch die Sanierung um 90 Prozent reduzieren, wie Christof Peterhans von der Bauabteilung Zollikon sagt. Gleichzeitig sollen auch die Altlasten des etwa 70 Meter talwärts gelegenen Kugelfangs der Kurzdistanz-Schiessanlage Wehrenbach beseitigt werden; er liegt auf Stadtzürcher Terrain.

Über 1600 Fuhren in 5 Monaten

Im kommenden Mai beginnen die Arbeiten. Sie lassen sich nur bei trockenem Wetter ausführen und dauern voraussichtlich fünf Monate bis Ende September. Bagger müssen geschätzte 2500 Kubikmeter kontaminierte Erde herausbuddeln, das entspricht etwa dem Aushub von drei Einfamilienhäusern. Für den Abtransport der giftigen Altlasten aus dem steilen Gelände im Wald muss eine provisorische Baupiste angelegt sowie ein Umladeplatz eingerichtet werden. Die Bauleitung rechnet mit mehr als 1600 Fahrten, darin inbegriffen ist die Beförderung sauberer Erde ins Tobel hinunter. Die ganze Übung ist teuer. Es sind Kosten von 1,8 Millionen Franken veranschlagt, 60 Prozent bezahlt die Gemeinde Zollikon, 40 Prozent steuert der Bund bei. Wenn im Herbst 2011 die Altlasten beseitigt seien, versichert die Zolliker Bauabteilung, werde das Naturschutz- und Naherholungsgebiet im Wehrenbachtobel erhalten bleiben, «ohne Gefahren für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt».

Von den rund 400 Kugelfängen im Kanton Zürich müssen nach Angaben der Baudirektion aus heutiger Sicht etwa 320 saniert werden. Von jenen 30 Anlagen, die in Grundwasserschutzzonen liegen, sind alle Sanierungen eingeleitet, deren 14 bereits ausgeführt.

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