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Per August 2021 freiNeuer Wirt fürs Schöngrün gesucht

Das Restaurant Schöngrün beim Zentrum Paul Klee am Berner Stadtrand ist zur Pacht ausgeschrieben.

Der Glaspavillon des Restaurants Schöngrün. Die Villa ist zur Pacht ausgeschrieben.
Der Glaspavillon des Restaurants Schöngrün. Die Villa ist zur Pacht ausgeschrieben.
Foto: Urs Baumann

Alleine die Adresse tönt vielversprechend: Monument im Fruchtland. An dieser Postanschrift liegt die Villa Schöngrün, ein denkmalgeschütztes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, gelegen am Stadtrand, einen Steinwurf vom Zentrum Paul Klee (ZPK) entfernt. Wie das Zentrum selber wurde auch der Anbau der Villa Schöngrün von Renzo Piano erbaut: Das Restaurant Schöngrün befindet sich in einem Glaspavillon.

Nun hat das ZPK die Villa ausgeschrieben und sucht einen Gastronomen, der das Restaurant wieder zum Leben erweckt. Eine Gourmetküche soll der Restaurationsbetrieb nicht mehr werden. «Wir wollen kein exklusives, aber ein gutes Restaurantkonzept mit frischer und regionaler Küche haben», sagt Thomas Soraperra, kaufmännischer Leiter des ZPK. Bis Ende Jahr ist das Lokal nur noch von Donnerstag bis Samstag tagsüber offen. Doch man strebe an, dass auch abends wieder gespeist werden könne. Der neue Pächter tischt in der Villa nicht nur im Restaurant, sondern auch im Bistro und im dazugehörenden Garten auf. Zudem stammt die Verpflegung fürs ZPK-Café und die Caterings der Events und Tagungen auch aus der Schöngrün-Küche. «Wir wollen alles aus einer Hand», sagt Soraperra.

Gourmetlokal abstossen

Anfang Jahr wurde bekannt, dass die Pächterin Zürcher Frauenverein (ZFV) das Schöngrün per Ende Jahr aufgeben will. Der ZFV ist einer der grössten Beizer in Bern und konzentriert sich primär auf Kantinen und Mensen. Das Schöngrün war das erste ZFV-Restaurant in Bern, wurde zehn Jahre erfolgreich von Spitzenkoch Werner Rothen geführt. In seine Fussstapfen trat Simon Sommer. Nachdem dieser und praktisch sein ganzes Team den Hut genommen hatten, folgte Küchenchef Jonas Steiner. Er hat laut ZFV wegen einer Weiterbildung gekündigt, bis Ende Jahr habe man eine Ad-interim-Lösung.

Januar bis Juni ein Pop-up

Diverse Versuche, dem Lokal ein neues Konzept zu verpassen, scheiterten. Auch weil keine Entscheidungen vom Mutterhaus in Zürich getroffen worden seien, wie ehemalige Mitarbeiter gegenüber dieser Zeitung sagten. Aus den gleichen Kreisen war zu vernehmen, dass nach Wechseln in der Geschäftsleitung der ZVF keine Gourmetküche mehr erwünscht war.

Der Corona-Lockdown habe die Ausschreibung verzögert. Bereits habe man interessante Bewerbungen in zweistelliger Höhe erhalten. Noch bis im November nimmt Soraperra weitere entgegen, entschieden werde bis Februar, Start des neuen Teams ist im nächsten August. «Für einen guten Start können wir dem neuen Team die Wünsche der Quartierbewohner übermitteln, die wir in unserem Beteiligungsprojekt erhoben haben», sagt er. Die Lücke zwischen dem Abschluss des ZFV und dem Neustart werde mit einem sechsmonatigen Pop-up-Betrieb des Catering- und Eventunternehmens Eventmakers geschlossen.