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Musik aus BernNeue Sounds aus der Quarantäne

Die Konzertbühnen sind leer, doch die Musik spielt weiter: Neuveröffentlichungen aus dem Zaffaraya, ein Sänger, der seine Gedanken endlich selbst singt und weitere Entdeckungen.

Larus – das sind Frontfrau Mareille Merck (Mitte) sowie Florian Bolliger (links) und Yannic Haller (rechts).
Larus – das sind Frontfrau Mareille Merck (Mitte) sowie Florian Bolliger (links) und Yannic Haller (rechts).
Foto: Arthur Häberli

Mal ruhige Klänge, mal Vulkan

Zum Beispiel Larus: Das Schweizer Trio um die 25 Jahre junge Gitarristin Mareille Merck, die mit ihren regelmässigen Auftritten an den «Sous les étoiles»-Abenden im Les Amis schon so etwas wie eine Bernerin ist, hatte zur Veröffentlichung ihres Debütalbums «Fadenschlag» eine Tournee geplant. Doch das Virus wollte es anders. Seis drum: Die von Radio SRF koproduzierte Platte besteht auch für sich allein. Der Gitarrenjazz von Larus ist sparsam und luftig – und doch auch abenteuerlich und aufregend.

Die Rhythm Section mit Florian Bolliger (Kontrabass) und Yannic Haller (Drums) spielt zurückhaltend, aber nie zögerlich und führt mit einem rhythmischen Kompass durch Mareille Mercks Eigenkompositionen. Mercks Instrumentals tragen originelle und gegensätzliche Titel von «Ouzo» bis «Fjord» und kennen keine stilistischen Grenzen. Atmosphärischer Jazz ist nur der Ausgangspunkt für Ausflüge zu psychedelischem Fusion Rock, Flamenco und funkigen Beats. Vor allem aber ist diese Musik eigenständig und persönlich. Einmal fühlt man sich von wohlig-ruhigen Klängen eingelullt, dann bricht plötzlich ein Vulkan aus und schleudert akustische Brocken in alle Richtungen. Mareille Merck ist eine Meisterin des Flageoletts und kreiert eingängige, wiederkehrende Themen, die man schon beim zweiten Anhören begrüsst wie alte Freunde.

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