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Putin-Gegner will medizinische HilfeNawalny im Hungerstreik: Kreml sieht keinen Grund zum Handeln

Klagt über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein: Kreml-Kritiker Alexei Nawalny.
Alexei Nawalny bei seiner Gerichtsverhandlung.

SDA/AFP/red

33 Kommentare
    Markus Dicht

    Die letzten Meldungen über Nawalny kommen von Mediazone, einem russischen Medienunternehmen, das sich auf das Justiz-, Strafverfolgungs- und Strafsystem in Russland spezialisiert hat. Mediazone wurde von zwei ehemaligen weiblichen Häftlingen (oppositionelle Punkfrauen) gegründet. Mediazone steht in Verbundung u.a. mit Reuters und The Guardian. Es bestehen auch Verbindungen zu Pussy Riot. Nawalny hat einen zweiseitigen handgeschriebenen Brief verfasst, dessen Inhalt von Mediazone ins Netz gegeben wurde. Ich kenne aus diesem Schreiben Nawalnys alle Details, auch zu seinem beabsichtigten Hungerstreik. Nawalny hält sich in keiner Weise an die Hausordnung (z.B. Reinigungsarbeiten in den Schlafräumen, Kleiderordnung, Zeitplan etc.) und verunmöglicht vernüftige Gespräche mit dem Personal. Er leistet Widerstand auf allen Ebenen und macht viele dumme Witze. Er behauptet auch, dass jetzt sein linkes Bein immer gefühlsloser werde. Er verlangt Hilfe von Ärzten aus Deutschland. Nawalny hat schon viele Verweise erhalten. Bei jedem Verweis wurde das Gespräch mit ihm gesucht. Doch ohne Erfolg. Bisher hat man auf Disziplinarstrafen verzichtet, und Folter gibt es nicht. Seine Schlafstörungen scheinen weitgehend verschwunden zu sein und nicht als Folter zu bezeichnen. Im Vergleich zu seinen Mithäftlingen scheint er ein Aussenseiter zu sein, z.B. hatte er mit ihnen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Reinigungsarbeiten um sein Bett.