Zum Hauptinhalt springen

Mögliche YB-MeisterfeierNause: «Ein Bad in der Menge wird es nicht geben»

Sollte YB am Freitag Meister werden, appelliert die Stadt ans «dezentrale Feiern». Die Partymeile Aarbergergasse könnte temporär geschlossen werden.

YB-Goalie Marco Wölfli und der damalige Captain Steve von Bergen lassen sich am 13. April 2019 in der Aarbergergasse von den Fans feiern. Solche Szenen wird es dieses Jahr nicht geben.
YB-Goalie Marco Wölfli und der damalige Captain Steve von Bergen lassen sich am 13. April 2019 in der Aarbergergasse von den Fans feiern. Solche Szenen wird es dieses Jahr nicht geben.
Foto: Marcel Bieri

Morgen Freitag könnten die Young Boys beim Auswärtsspiel in Sion (20:30 Uhr, SRF) zum dritten Mal in Folge Schweizer Meister werden. Dafür müssen sie drei Punkte holen. Eine spontane Meisterfeier spätabends in Bern dürfte allerdings unter besonderen Vorzeichen stehen. Ausschweifende Feierlichkeiten mit grossen Menschenansammlungen, wie es sie bei den letzten beiden Titel gegeben hat, gilt es coronabedingt zu vermeiden. Dies bei euphorisierten Fans durchzusetzen, dürfte für die Sicherheitskräfte kein einfaches Unterfangen werden.

Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) spricht von einer «diffizilen Ausgangslage». «Wir wollen auf jeden Fall einen möglichen Superspreader-Event verhindern», sagt er auf Anfrage. Primär wolle man jedoch an die Eigenverantwortung der Bernerinnen und Berner appellieren. «Idealerweise schauen die Fans den Match möglichst dezentral in kleinen Gruppen, um anschliessend auch so zu feiern», so Nause. Die Rahmenbedingungen dazu hat die Stadt bereits letzte Woche kommuniziert. So dürfen sämtliche Bars und Restaurants am Freitagabend bis 3:30 Uhr geöffnet haben, auch wenn sie über keine generelle Überzeitbewilligung verfügen. Eine offizielle Freinacht wird es jedoch keine geben. Die Bars und Beizen dürfen das Spiel zudem auf ihren bewilligten Aussenflächen am TV zeigen.

Problemzone Aarbergergasse

Ein Hotspot für grosse Menschenansammlungen stellt die Partymeile Aarbergergasse dar, die an einem Freitagabend sowieso schon gut gefüllt ist. Reto Nause kündigt an, dass die Kantonspolizei Bern an beiden Zugängen präsent sein und den Personenstrom kontrollieren werde. Er schliesst nicht aus, dass bei einem zu hohen Personenaufkommen die Gasse gesperrt wird. Dass dies bei euphorisierten Fans für Unmut sorgen könnte, ist ihm bewusst. «Das soll keine Schikane sein, wir tun dies zum Schutz der Menschen», entgegnet er.

Mit YB hat die Stadt zudem vereinbart, dass die Spieler nicht in der Stadt auftauchen werden. In den vergangenen beiden Jahren fuhren diverse YB-Protagonisten mit ihrem Auto in der Aarbergergasse vor und liessen sich als frischgebackene Meister feiern. «Ein Bad in der Menge wird es dieses Jahr nicht geben», versichert Nause.

Keine Umzug durch die Stadt

«Feiern ja, aber sicher» – so lautet der Appell der Stadt an die YB-Fans, wie sie auch in einem Communiqué vom Donnerstagmorgen schreibt. Allfällige Feierlichkeiten werden sich zudem auf Freitagabend – oder auf Montagabend, wenn es denn zu einer Finalissima in Bern kommen sollte – beschränken. Denn eine spätere, offizielle Meisterfeier inklusive Umzug durch die Stadt wird es laut Stadt nicht geben.