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Porträt über den Sprayer von ZürichNaegelis letztes Aufbäumen

Harald Naegeli hat Zürichs Stadtbild jahrzehntelang mitgeprägt und wurde im Lockdown ungeahnt produktiv. Eine letzte Figur will er als Rache noch sprayen.

«Im Grunde war das eine elementare Kunst»: Der 80-jährige Harald Naegeli über seine Graffiti.
«Im Grunde war das eine elementare Kunst»: Der 80-jährige Harald Naegeli über seine Graffiti.
Foto: Federico Gambarini (Keystone)

Trotz eines schweren Krebsleidens hat sich Harald Naegeli nach Ostern nochmals aufgerafft. Die Corona-Epidemie und sein eigener bevorstehender Tod beschäftigen ihn. In der vierten Woche des Lockdown steht der 80-Jährige mitten in der Nacht auf, hüllt sich ein in Hut und Regenmantel und steigt aufs Velo, zu Fuss hätte er die paar Hundert Meter mit den kaputten Knien nicht mehr geschafft. Vor dem Eingang des Kunsthauses steigt er ab und zückt die Spraydose. Nach einer halben Minute tanzt ein Skelett auf dieser Mauer, die Arme fröhlich in die Höhe gereckt.

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